So, 23. September 2018

In Tirol in U-Haft

07.11.2015 06:00

Polizisten-Ehepaar nach Drogenrazzia suspendiert

Dass beim Kampf gegen den Drogensumpf Polizisten selbst ins Visier von Ermittlern geraten, ist in südamerikanischen Ländern nicht weiter ungewöhnlich. In Tirol allerdings schon. Genau so ein Fall ist derzeit bei der Staatsanwaltschaft und dem Bundesamt für Korruptionsbekämpfung anhängig. Ein Oberländer Polizisten-Ehepaar stand seit Längerem unter Beobachtung - nun ist es suspendiert.

Die Tiroler Polizei verzeichnete heuer bereits größere Erfolge im Kampf gegen die Drogenszene: Im Februar wurden 14 Drogenkuriere aus dem Verkehr gezogen und 200 Abnehmer angezeigt. Der nächste große Schlag erfolgte im September mit 31 Festnahmen und 450 Anzeigen. Jedoch lag hier der Fokus auf der kriminellen Nordafrikaner-Szene.

"Dieser Fall ist anders gelagert", erklärt Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Der Verdacht gegen die beiden Beamten ergab sich im Zuge länger andauernder Ermittlungen, die schließlich zu der Razzia am Dienstag am Morgen geführt haben." Bei Hausdurchsuchungen wurden größere Mengen an Drogen gefunden, vier Personen, darunter besagtes Ehepaar sowie ein Ex-Polizist und nunmehriger Leiter einer Sicherheitsfirma, verhaftet. "Drei sitzen noch in U-Haft, ein Deutscher wurde nach der Einvernahme auf freien Fuß gesetzt", erklärt Mayr.

Die beiden verdächtigen Polizisten waren auf einer Inspektion im Oberland tätig - sie wurden vorläufig vom Dienst suspendiert. Zudem waren sie auch FPÖ-Funktionäre - ihre Funktionen bei der Partei seien derzeit ruhend gestellt, hieß es. Ob das Pärchen Abnehmer oder Verteiler der Drogen war, ist noch unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft geben sich in der Causa eher wortkarg: "Ermittlungen laufen", "Verdachtsgründe werden geklärt", "über Ergebnisse der Razzia können wir keine Auskünfte geben", werden entsprechende Fragen beantwortet.

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