Mi, 20. Juni 2018

Zweite Runde

23.04.2006 12:30

Parlamentswahlen in Ungarn

In Ungarn am Sonntag die zweite Runde der Parlamentswahlen begonnen. Diesmal geht es um die Entscheidung in jenen 110 Einzelwahlkreisen, in denen in der ersten Runde keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielen konnte. Es wird ein knappes Ergebnis zwischen den regierenden Sozialisten (MSZP) und der rechtskonservativen Oppositionspartei Fidesz-Ungarischer Bürgerverband erwartet.

Siegen die Regierungsparteien, so wäre es das erste Mal seit den ersten freien Wahlen 1990, dass in Ungarn eine Regierung nicht abgewählt wird. In der zweiten Runde fällt die Wahl zwischen jenen drei Kandidaten des Wahlkreises, die im ersten Wahlgang am 9. April die meisten Stimmen bekommen haben. In den meisten Wahlkreisen stehen die Kandidaten von MSZP und Fidesz relativ nah beieinander, deshalb können Rücktritte von Kandidaten der Kleinparteien für die Entscheidung ausschlaggebend sein.

Während die mitregierenden liberalen Freidemokraten (SZDSZ) eng mit den Sozialisten zusammenarbeiten und systematisch zu deren Gunsten zurücktraten, hat die Chefin des kleinen konservativen Demokratenforums (MDF), Ibolya David, ein Entgegenkommen gegenüber den Fidesz-Kandidaten ausgeschlossen. Fidesz-Chef Viktor Orban hat mehrfach betont, nur mit Hilfe der in der ersten Runde überraschend wieder ins Parlament eingezogenen Kleinpartei wieder an die Regierung kommen zu können.

Der Stand in 39 Wahlkreisen ist nach der ersten Runde besonders knapp: hier könnten sogar die Stimmen der insgesamt rund 6.000 an Vertretungen in Ausland abstimmenden Ungarn entscheidend sein. Fällt die Mandatsverteilung in den sicher entschiedenen Wahlbezirken nicht eindeutig aus, ist mit einem eindeutigen Endergebnis überhaupt erst in zwei Wochen zu rechnen, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. Verlässliche Hochrechnungen dürfte es in den späten Abendstunden geben.

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