Sa, 21. Juli 2018

Keine Verhandlung

12.04.2006 14:41

Prozess gegen Saddam Hussein verschoben

Irgendwie schafft es Saddam Hussein immer wieder, seinen Prozess in die Länge zu ziehen –auch wenn er nicht immer was dafür kann. Der Verhandlungstag am Mittwoch musste verschoben werden, da einige Experten nicht erschienen waren. Diese sollten über die Echtheit von Dokumenten urteilen, die die Angeklagten belasten.

In Bagdad ließ der Gerichtsvorsitzende die vorgesehene Session im Verfahren gegen den früheren Diktator und sieben weitere ehemalige Funktionäre des Baath-Regimes ausfallen. Rauf Rashid Abdel Rahman sagte, der Prozess wegen des Massakers an Schiiten in Dujail werde erst kommenden Montag fortgesetzt, da einige Experten nicht erschienen seien.

77 Terroristen in den Händen der Armee
Die irakische Armee hat inzwischen bei einer Razzia in den Rebellenhochburgen im Nordirak nach eigenen Angaben 77 mutmaßliche Terroristen festgenommen. Unter den Verdächtigen, die in Tel Afar und Al-Intisar festgenommen wurden, sei auch eine Frau, sagte ein Armeesprecher am Mittwoch in Mossul (Mosul). In Bakuba nördlich von Bagdad entkam der Vizegouverneur der Provinz einem Sprengstoffanschlag. Er sei unverletzt geblieben, so ein Polizist.

Bei einem Bombenanschlag im Nordirak kamen mindestens sechs Menschen ums Leben. Eine Autobombe sei an einem Kontrollpunkt der Armee nahe der Stadt Tal Afar explodiert, sagten Polizisten und Augenzeugen.

Ermittlungen gegen US-Marines
Nach einem blutigen Vorfall sind der Befehlshaber einer US-Einheit und zwei seiner Untergebenen vom Dienst suspendiert worden. Die drei Marineinfanteristen hätten ihr Kommando "wegen mangelnden Vertrauens in ihre Führungsqualitäten" abgeben müssen, teilte die US-Armee mit. Die Armee prüft derzeit den Vorwurf, Marineinfanteristen der von den Männern geführten Einheit hätten in Hadhita im Westen des Landes 15 irakische Zivilisten umgebracht, nachdem ihr Transportfahrzeug von einer Bombe getroffen und ein Soldat getötet worden war.

Die Suspendierung habe nichts mit dem blutigen Vorfallzu tun, betonte ein Sprecher der ersten Marineinfanteriedivision. Die Entscheidung sei vielmehr auf Grundlage ihrer Leistungen während ihres gesamten Einsatzes im Irak getroffen worden.

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