Do, 16. August 2018

Thonet-Museum

28.04.2015 16:47

Ein gebogenes Stück Geschichte

Kein Alt-Wiener Kaffeehaus wäre perfekt, ohne Mobiliar der Firma Thonet. Viele Jahre wurden auch im oststeirischen Friedberg Thonet-Möbel produziert. Noch heute beheimatet die Gemeinde das einzige Thonet-Museum Österreichs.

"Michael Thonet war davon besessen, Holz so biegen zu können wie Eisen", erklärt Franz Hammer vom Thonet-Museum in Friedberg. Im Jahr 1842 holte Fürst Metternich den deutschen Visionär nach Wien. Und tatsächlich: Auf der Weltausstellung 1851 in London sorgte er mit seinen Möbeln aus geformtem Buchenholz für Furore. Und verkaufte in Folge seine Tische und Sesseln von seinem Stammsitz in Wien aus Abermillionen Mal in alle Welt. "Thonet war zeitlebens bescheiden und stand oft selbst in der Werkstatt", so Hammer. Heute gelten die Entwürfe der von ihm begründeten Möbeldynastie als zeitlose Design-Klassiker.

Tischlerkunst in Friedberg
Zwischen 1963 und 2006 war auch in Friedberg eine Thonet-Tischlerei beheimatet. "Bis zu 100 Beschäftigte hat es gegeben, Thonet war als sehr guter Arbeitgeber bekannt", weiß Franz Hammer. Dass 1993 gerade hier das Thonet-Museum eröffnet wurde, war eher ein Zufall. Auch nachdem die Fabrik geschlossen und Thonet an einen italienischen Konzern verkauft worden war, blieb das Haus bestehen.

Wertvolle Einzelstücke
"Wir haben Stücke, die es sonst nirgends zu sehen gibt", erklärt Hammer und zeigt auf einen Liegestuhl, dessen Seitenteil aus einem einzigen, fünf Meter langen Stück Holz besteht. "Das ist einzigartige Handwerkskunst", ist Hammer auch nach Jahren Museumstätigkeit begeistert.

Geöffnet hat das Haus am Sonntag von 14 bis 16 Uhr und (ab 5 Personen) nach telefonischer Vereinbarung (03339/25110). Infos finden Sie auch hier

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