10.03.2006 12:11 |

Heißes Pflaster

L.A. Rush

L.A., die Stadt der Reichen und Schönen, bietet viel Glanz und Luxus im strahlenden Licht von Hollywood. Da dürfen natürlich die entsprechenden Luxusboliden nicht fehlen. Trikz Lane besitzt nicht nur einen davon, sondern nennt einen ganzen Fuhrpark schneller und teurer Autos sein Eigen. Sein Ruhm stammt dabei weniger von Box Office Hits, sondern vielmehr von einer ganz ansehnlichen Menge an Siegen bei illegalen Straßenrennen.

Sein größter Rivale, Lidell Rey, entwendet Tirkz Lane wenige Tage vor dem wichtigsten Rennen der Saison alle 35 Karossen. Lane’s Ruf und Ansehen steht auf dem Spiel und so macht er sich auf, sein Eigentum wieder zu beschaffen. Dazu muss er praktisch von ganz unten beginnen und sich von Rennen zu Rennen empor arbeiten.

Neben diesen Rennen stiehlt Lane zwischendurch immer wieder eines seiner Autos zurück, flüchtet vor den lästigen Polizisten oder versucht sich an dem einen oder anderen Stunt. Damit er konkurrenzfähig bleibt, besucht  er regelmäßig die populären Mechaniker von West Coast Customs, die in der MTV-Serie „Pimp my Ride“ noch jeden Schrotthaufen in ein einzigartiges Kunstwerk verwandelt haben.

Die Parallelen zum großen Vorbild „Need for Speed Underground“ sind bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu übersehen, wobei L.A. Rush im Gegensatz zum Konkurrenten eine fortlaufende Story bietet. Neben dem Story-Modus steht noch ein „Schnelles Rennen“ für Zwischendurch zur Verfügung.

Der Tuning-Teil wurde leider zu simpel gestrickt. Außer einem Mausklick zur Bestätigung, dass die Jungs von West Coast Customs mit ihrer Arbeit beginnen sollen, ist nichts zu tun. Dabei üben gerade diese Details, etwa welche spezielle Lackierung, Felgen oder Spoiler, den Boliden „verschönern“ sollen, einen gewissen Reiz aus.

Bei Unfällen, und die gibt es zu Hauf, da der Verkehr teilweise sehr dicht ist, wird der spektakuläre Zusammenstoß in Slow Motion gezeigt. Anfangs faszinierend, hemmt es mit Fortdauer einigermaßen den Spielfluss. In diesem Zusammenhang sei gleich erwähnt, dass die KI der Gegner ebenfalls nicht für Begeisterungsstürme sorgt, denn diese scheinen selbst bei größtem Verkehrsaufkommen immer eine fehlerfrei Linie zu finden, während man selbst hoffnungslos und frustriert von einer „Slow Motion“ in die nächste kippt.

Grafisch wurde L.A. sehr ordentlich ins Bild gerückt. Die Umsetzung von regennasser Fahrbahn bei Nacht, die sehr schön anzusehen ist, erinnert wiederum an die Underground-Serie. Die Designer gaben sich sichtlich auch bei den verschiedenen Fahrzeuge Mühe, die ziemlich detailliert aussehen. Während die Musik gut zum Spielgeschehen passt, sorgt der Motorensound, welcher bei manchen Fahrzeugen eher nach einem Rasenmäher klingt, für Stirnrunzeln.

Die Steuerung kann weder mit der Qualität der Grafik noch der musikalischen Untermalung mithalten, denn die Boliden reagieren auf Eingaben des Spielers viel zu sensibel, wodurch der nächste Unfall vorprogrammiert ist.

Fazit: L.A. Rush versucht den König der Arcade-Racer „Need for Speed Underground“ vom Thron zu stoßen. Allerdings bleibt es bei ein paar guten Ansätzen, denn die Steuerung, KI und die fehlenden Tuning-Auswahlmöglichkeiten, trüben den Gesamteindruck. Für Fans der Genres ist es aber auf alle Fälle einen Blick wert.

Plattform: PC (getestet), Xbox, PS2
Publisher: Midway
Krone.at-Wertung: 79%

von Harald Kaplan
 
Dienstag, 18. Mai 2021
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