Historischer Antonelli

Auch Wolff jubelt: Vom Wunderkind zum Weltmeister!

Formel 1
01.11.2026 23:49
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Das einstige Wunderkind ist Weltmeister. Bereits in seiner zweiten Formel-1-Saison hat Andrea Kimi Antonelli alle überflügelt und sich im Alter von 20 Jahren zum mit Abstand jüngsten Champion der Motorsport-Königsklasse gekrönt. Der Aufstieg des Mercedes-Shootingstars gipfelte am Sonntag in Mexiko im historischen Titelgewinn, mit dem der Italiener in seiner Heimat endgültig zum Nationalhelden aufsteigt. Größter Förderer des Ausnahmekönners war mit Toto Wolff ein Österreicher.

Denn Wolff hatte sich 2019 dafür entschieden, den damals Zwölfjährigen aus Bologna ins Mercedes-Nachwuchsprogramm aufzunehmen. Seitdem führte der Wiener das Supertalent als Mentor stetig an die Weltspitze heran und sorgte dafür, dass Antonelli auch in den Momenten des Erfolgs seinen Fokus behielt. Mit unzähligen Altersrekorden in dieser Saison hat das Mercedes-Juwel einen Platz in den Geschichtsbüchern des Motorsports sicher, weitere Weltmeistertitel sind nicht ausgeschlossen.

Humorvolle Videos, emotionale Interviews
Während Antonelli auf der Rennstrecke in diesem Jahr eiskalt ablieferte und in einem über weite Strecken überlegenen Silberpfeil kaum Fehler beging, gewann er abseits der Strecke mit seiner verspielten Art auch noch die Herzen vieler F1-Fans für sich. Sei es durch seine humorvolle Hommage an den Handtuch-„Diebstahl“ von Celebrity Kim Kardashian nach dem Grand Prix von Monaco, Wasserpistolen-Streiche mit seinem Renningenieur Peter Bonnington oder emotionale Interviews unter Tränen nach seinen größten Siegen.

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg Antonellis? „Ich glaube, dass er ein extrem positives familiäres Umfeld gehabt hat. Der Vater ist ein Vollblut-Racer mit seinem eigenen GT-Team, die Mutter eine typische italienische Mama, wo es um Werte geht“, erzählte Wolff im Sommer in Spielberg. Durch Papa Marco, der nicht nur (Tourenwagen-)Rennfahrer, sondern auch Gründer und Besitzer des Rennstalls AKM Motorsport ist, war Antonelli schon als kleines Kind dem Asphalt verbunden. Auch die Unterstützung von Mama Veronica besonders in jungen Jahren hebt Antonelli immer wieder hervor.

Matura und eine Superkraft
Sie sorgte auch dafür, dass Antonelli maturierte – was bei Rennfahrern alles andere als üblich ist. „Kimi ist nach den Rennen in den Junior Formulas am Montag in die Schule gegangen. Deswegen ist er einfach im Kopf richtig“, erzählte Wolff. Zudem verfügt der Mercedes-Youngster über ein ausgezeichnetes Erinnerungsvermögen, was seine gefahrenen Rundenzeiten betrifft. Er bezeichnet es als „Superkraft“, denn Antonelli kennt auch noch seine Rundenzeiten aus den Formel-4-Jahren bis auf die Tausendstelsekunde.

Das Mindset des Italieners beschreibt eine Anekdote besonders gut: Nach dem Grand-Prix-Sieg in Monaco, von dem viele Rennfahrer ihre ganze Karriere träumen, ging es Antonelli vergleichsweise ruhig an. „Man stellt sich vor, dass du deine ganzen Haberer und Groupies mitschleppst, ins Sass-Cafe gehst und nach zwei Stunden nicht mehr weißt, wie du heißt“, sagte Wolff. Stattdessen besuchte Antonelli einzig eine Gala als Pflichttermin und war um Mitternacht im Bett.

Angeln statt Party
Party? Fehlanzeige. „Er hat bis zu Mittag geschlafen und dann nicht gewusst, was er machen soll. Dann ist er zu mir gekommen und hat dann mit meinem Neunjährigen gefischt. Das war für ihn das Allernormalste“, sagte Wolff. In Antonellis Leben dreht sich alles ums Rennfahren. Von seiner Freundin hatte er sich heuer getrennt, weil sie ihn zu sehr ablenkte. Seine ersten Runden im Kart drehte der nun jüngste Weltmeister bereits im Alter von fünf Jahren. Es dauerte nicht lange bis zu den ersten Siegen und Titeln.

Andrea Kimi Antonelli
Andrea Kimi Antonelli(Bild: AFP/ALFREDO ESTRELLA)

Die Formel 1 eroberte Antonelli aber nicht im Sturm. In seiner Rookie-Saison 2025 leistete sich der Nachfolger von Rekordchampion Lewis Hamilton bei Mercedes immer wieder Fehler, am Ende wurde er WM-Siebenter. Da habe ihn das Interesse in Italien überrannt, erklärte Wolff. Vor dem Imola-Rennen wollte ihn jeder treffen. „Das lokale Fußballteam, die Klasse, die Pfadfinder und seine 17.000 Mäzene, die er fairerweise gehabt hat, und die dazu beigetragen haben.“ Denn: „Italien sucht einen Superstar.“ Dieser scheint nun endgültig gefunden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

KMM
Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung