Die Vorarlberger Rhomberg Gruppe trotzt dem schwierigen Wirtschaftsumfeld. Trotz schwacher Baukonjunktur legte das Traditionsunternehmen leicht zu: Die Gesamtleistung stieg im Geschäftsjahr 2025/26 auf 1,42 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,4 Mrd. Euro). Auch die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich.
Während das Baugeschäft weiterhin unter hohen Kosten, teuren Krediten und der schwachen Wirtschaft leidet, entwickelt sich die Bahntechnik-Sparte zum Wachstumsmotor des Konzerns. Die Rhomberg Sersa Rail Group (RSRG) steigerte ihre Leistung um zehn Prozent auf 898 Millionen Euro. Im Baubereich hingegen ging die Leistung um knapp elf Prozent auf 521 Millionen Euro zurück.
Die Zahl der Mitarbeiter stieg weiter an. Waren im Vorjahr noch knapp 4000 Personen im Konzern beschäftigt, erhöhte sich deren Anzahl zuletzt auf 4100.
Wohnbau unter Druck
Geschäftsführer Ernst Thurnher sieht vor allem den Wohnbau unter Druck: „Hohe Baukosten, das hohe Zinsniveau und die unsichere Weltwirtschaft prägen das volatile Marktumfeld. Das trifft insbesondere auch unseren eigenfinanzierten Wohnbau.“
Hohe Baukosten, das hohe Zinsniveau und die unsichere Weltwirtschaft prägen das volatile Marktumfeld. Das trifft insbesondere unseren eigenfinanzierten Wohnbau.
Ernst Thurnher, Geschäftsführer Rhomberg Holding
Gleichzeitig verweist er auf die starke Stellung des Unternehmens bei geförderten Wohnprojekten. Rhomberg arbeitet nach eigenen Angaben als einziges Bauunternehmen mit allen fünf gemeinnützigen Wohnbauträgern in Vorarlberg zusammen. In Feldkirch erfolgte heuer der Baustart für 53 geförderte Wohnungen, weitere Projekte laufen unter anderem in Lauterach und Salzburg.
Die Gruppe setzt zudem verstärkt auf innovative Gesamtlösungen. Von digitaler Planung über energieeffiziente Gebäude bis hin zu Recycling und Kreislaufwirtschaft will Rhomberg alle Leistungen aus einer Hand anbieten. Vorzeigeprojekte sind etwa der YOND-Campus in Zürich oder moderne Holzbau-Projekte in Österreich und Deutschland.
Ausbau der RSRG: „Größte Herausforderung sind qualifizierte Fachkräfte“
Besonders optimistisch blickt das Unternehmen auf den Bahnbereich. Dort sorgen milliardenschwere Investitionen in die Schieneninfrastruktur für volle Auftragsbücher. Die größte Herausforderung sei mittlerweile der Mangel an qualifizierten Fachkräften. Deshalb investiert die Sparte rund 60 Millionen Euro in neue Standorte in Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Auch bei Großprojekten mischt Rhomberg international mit. Das Unternehmen arbeitet an Bahnprojekten in Deutschland, der Fehmarnbelt-Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland, dem Semmering-Basistunnel sowie an Infrastrukturprojekten in Australien und Irland.
Wir nutzen diese herausfordernde Zeit konsequent, um uns als integrierten Lösungsanbieter für Immobilien und Mobilität der Zukunft weiterzuentwickeln.
Hubert Rhomberg, CEO Rhomberg Holding
„Transformation und Innovation“
Für Firmenchef Hubert Rhomberg sind „Transformation und Innovation“ die Schlüssel, um die aktuelle Marktschwäche zu meistern: „Natürlich sind wir uns der aktuellen Herausforderungen unserer Märkte bewusst. Gleichzeitig nutzen wir diese Zeit konsequent, um uns als integrierten Lösungsanbieter für Immobilien und Mobilität der Zukunft weiterzuentwickeln.“
Mit Investitionen in Bahn, Energie, Wohnen und Kreislaufwirtschaft möchte die Gruppe ihre Position in den Zukunftsmärkten weiter ausbauen.
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