Henrik Andersson arbeitet bei der Kriminalpolizei und ist einer der besten Rollstuhl-Tischtennisspieler Österreichs. Neun Jahre nach einem Sturz auf die Gleise der U2 in Wien feierte der frühere Hockeyspieler nun im spanischen Murcia seinen ersten großen internationalen Sieg. Mit seinem slowakischen Freund Boris Travnicek gewann er das Doppel-Turnier.
Das Finale gegen die Gegner aus Tschechien war ein Krimi. Der fünfte und letzte Satz musste entscheiden. Der Wiener, der für den BSV Weißen Hof aus Klosterneuburg spielt, und sein Partner führten schnell 4:0, ehe sie den Ausgleich kassierten. Das Spiel wogte hin und her, bei 9:10 wehrte das österreichisch-slowakische Duo einen Matchball ab, gewann am Ende 12:10. Andersson strahlt: „Das werde ich nie vergessen. Besonders schön zu sehen ist, dass sich mein hartes Training auszahlt. Ich habe heuer noch einmal einen schönen Leistungssprung gemacht.“
Mit Finalgegner gefeiert
Lustig war die Siegesfeier. Da sein Partner Boris schon zum Flughafen musste, feierte Henrik mit dem tschechischen Finalgegner Filip Nachazel, der amtierender Europameister ist und in Murcia das Einzel gewann: „Da durfte dann auch ein Bier nicht fehlen, wir hatten einen sehr netten Abend.“
Montag steigt in Krems die nächste Feier
Montag wartet schon die nächste Feier. Andersson ist zu Gast in der Sport Lounge Niederösterreich in Krems, wo die besten Sportlerinnen und Sportler des Bundeslandes geehrt werden. Fernziel des seit dem 4. September 30-Jährigen sind die Paralympics 2028 in Los Angeles. Für dieses Ziel peilt er einen Platz im Spitzensport-Kader der Polizei an: „Derzeit bin ich im Leistungssport-Kader, arbeite aber 35 Stunden pro Woche. Im Kader darüber könnte ich fast nur trainieren. Das würde natürlich viel helfen. Aber um das zu schaffen, brauche ich gute Ergebnisse.“ Murcia war ein Anfang.
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