Fr, 20. Juli 2018

Al-Kaida-Geisel

06.12.2014 13:21

Jemen: US-Journalist bei Befreiungsaktion getötet

Bei einem Befreiungsversuch der US-Armee im Jemen sind ein entführter US-Journalist und eine südafrikanische Geisel ums Leben gekommen. Kämpfer des Terrornetzwerks Al-Kaida hätten bei der Aktion am Freitag den Reporter Luke Somers und die zweite Geisel umgebracht, sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel am Samstag. Nach Angaben der Hilfsorganisation Gift of the Givers handelt es sich beim zweiten Opfer um den südafrikanischen Lehrer Pierre Korkie.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen US-Offiziellen, der 33 Jahre alte Somers sei bei der Aktion in der Provinz Shabwa im Süden des Jemen von seinen Entführern angeschossen worden und auf dem Weg zu einem US-Militärschiff an seinen Verletzungen gestorben. US-Präsident Barack Obama erklärte in einer Mitteilung, er habe die Befreiungsaktion am Freitag angeordnet, weil das Leben der US-Geisel in akuter Gefahr gewesen sei. Zugleich verurteilte er den "barbarischen Mord" an Somers scharf.

"Ich bin sicher, dass mein Leben in Gefahr ist"
Die Al-Kaida hatte den 33-Jährigen vor mehr als einem Jahr in der Hauptstadt Sanaa entführt, wo er als freier Fotoreporter arbeitete. Am Donnerstag drohten die Extremisten in einem Internetvideo damit, ihn innerhalb von drei Tagen zu töten. Am Ende des Films musste sich Somers selbst äußern. "Ich bin sicher, dass mein Leben in Gefahr ist", sagte er.

Pierre Korkie war nach Medienberichten im Mai 2013 zusammen mit seiner Frau entführt worden. Für die Freilassung forderte die Al-Kaida drei Millionen US-Dollar (rund 2,43 Millionen Euro). Die Extremisten setzten die Frau Anfang dieses Jahres nach Verhandlungen auf freien Fuß. Die Hilfsorganisation Gift of the Givers war an den Verhandlungen mit dem Terrornetzwerk beteiligt.

Schwere Gefechte bei Befreiungsaktion
Ein Journalist aus Shabwa berichtete der Deutschen Presse-Agentur, bei der Befreiungsaktion habe es schwere Gefechte gegeben. Nach Angaben aus dem jemenitischen Verteidigungsministerium kamen dabei zehn Kämpfer der Al-Kaida ums Leben.

Die US-Regierung hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass ein erster Versuch zur Befreiung Somers gescheitert sei. Bei der Aktion seien Gefangene verschiedener Nationalitäten gefunden und gerettet worden, aber der vermisste US-Journalist sei nicht dabei gewesen, erklärten das Weiße Haus und das Pentagon.

Die Al-Kaida hat im Süden des Jemen ihre Hochburgen. Die Sicherheitskräfte des Landes und die US-Armee gehen dort immer wieder gegen Dschihadisten vor, die USA setzen regelmäßig Drohnen gegen die Extremisten ein.

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