Mi, 15. August 2018

Laut Medienbericht

27.10.2014 12:29

USA beschäftigten 1.000 Nazis als Spione

US-Geheimdienste haben nach Informationen der "New York Times" während des Kalten Krieges mindestens 1.000 Ex-Nazis als Spione oder Informanten angeheuert. Polizei- und Geheimdienstleiter wie FBI-Chef J. Edgar Hoover und CIA-Direktor Allen Dulles hätten in den 1950er-Jahren "aggressiv einstige Nazis jeglichen Rangs rekrutiert", berichtet die Zeitung.

Das Blatt bezieht sich in seinem Bericht vom Montag auf jüngst freigegebene Aktenaufzeichnungen und Interviews. Der Wert der Nationalsozialisten für die Arbeit gegen die Russen und Kommunisten habe demnach für die Dienste mehr Gewicht gehabt als die "moralischen Fehltritte" der Deutschen bei ihrer Arbeit für das NS-Regime.

Insgesamt hätten das US-Militär, die CIA, das FBI und andere Geheimdienste mindestens 1.000 Ex-Nazis und Kollaborateure nach dem Zweiten Weltkrieg angestellt, erklärte Richard Breitman von der American University in Washington. Der Holocaust-Experte hatte in einem von der Regierung benannten Team die einst unter Verschluss gehaltenen Akten ausgewertet.

Kriegsverbrecher vor Strafverfolgung geschützt
Die Geheimdienste schützten demnach jene Agenten auch vor Strafverfolgung. So habe die CIA etwa einen SS-Offizier als Spion engagiert, obwohl er sich aus ihrer Sicht wahrscheinlich "geringerer Kriegsverbrechen" schuldig gemacht hatte. 1994 wiederum seien Behörden vom US-Geheimdienst bedrängt worden, Ermittlungen gegen einen ehemaligen Spion fallen zu lassen, der mit einem Massaker an Zehntausenden Juden in Litauen in Verbindung gebracht wurde.

Ein weiterer SS-Offizier, der für die CIA in Europa als Spion arbeitete, war in seinem früheren Leben Top-Gehilfe von Adolf Eichmann, dem Leiter des für die Organisation der Deportation der Juden zuständigen Referats im Reichssicherheitshauptamt. Die CIA siedelte den Offizier laut den Aufzeichnungen "als Belohnung für seinen loyalen Dienst nach dem Krieg" samt Familie 1954 in die USA um.

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