Do, 13. Dezember 2018

"Bad Bank" kommt

02.10.2014 19:56

Knalleffekt bei Krisenbank: ÖVAG teil-abgewickelt

Knalleffekt in Österreichs Bankenwelt: Die Krisenbank ÖVAG wird aufgespaltet, es entstehen ein Abbauteil und eine neue, für die Fortführung der Geschäfte vorgesehene Bank. Das beschloss der Vorstand der Bank, an der die Republik über 43 Prozent hält, am Donnerstag. Außerdem wird es künftig statt der bisher 44 Volksbanken nur mehr neun Regionalbanken sowie statt sieben nur noch drei Spezialinstitute geben, teilte die Bank mit.

Die Umwandlung ermögliche eine Sanierung des Volksbankensektors ohne zusätzliches Steuergeld, versicherte ÖVAG-Chef Stephan Koren (Bild) am Donnerstagabend. Die Steuerungskompetenzen der ÖVAG werden abgespaltet und auf eine der neun Volksbanken übertragen. Das werde einige Monate dauern. In einer Aussendung wurde die Volksbank Wien-Baden als Kandidatin genannt.

Statt 15,5 nur noch fünf Milliarden Bilanzsumme
Die ÖVAG selbst habe laut Plan Ende 2014 noch eine Bilanzsumme von 15,5 Milliarden Euro. Ende 2015 sollen es dann nur mehr fünf Milliarden sein, nicht zuletzt durch die Abgabe von Werten an das neue Spitzeninstitut. Bis Mitte 2015 soll die ÖVAG ihre Banklizenz zurücklegen. Wann genau sie endgültig Geschichte sein wird, sei zwar nicht absehbar, aber man werde "2017 einen dicken Schlussstrich ziehen können", so Koren.

Im Abbauplan ist auch der Verkauf der Rumänien-Tochter vorgesehen. Koren geht davon aus, dass am Schluss sogar noch Geld übrig bleiben wird. Es werde aber nicht dafür reichen, dass die Republik das von ihr eingeschossene Geld in Höhe von 1,3 Milliarden Euro zurückerhalten kann. Auch die Volksbanken als Mehrheitseigentümer haben bisher 1,3 Milliarden abschreiben müssen.

Knapp eine Milliarde Verlust, Arbeitsplätze wackeln
Die ÖVAG muss diesen Schritt zu einer Abbaueinheit setzen, weil es nicht möglich war, die sich abzeichnende Kapitallücke zu schließen. Aufgrund neuer regulatorischer Bestimmungen (Basel III) werde die ÖVAG "knapp eine Milliarde Euro" an anrechenbarem Eigenkapital verlieren, so Koren. Weder der Staat als größter Eigentümer noch die Volksbanken hätten den Willen gehabt, Kapital nachzuschießen. Wenn die ÖVAG nun zu einer Abbaubank werde, dann gelten geringere Kapitalanforderungen.

Der Abbau der ÖVAG wird auch zahlreiche Jobs kosten. Derzeit arbeiten dort 650 Menschen, davon ein Drittel in der jetzigen Abbaueinheit. Wie viele der anderen von den Volksbanken übernommen werden, hänge auch davon ab, welche Leistungen die Volksbanken künftig zentral organisieren wollen. Schon bisher habe die ÖVAG 700 Stellen abgebaut.

Weitere Kosten für Republik? "Kann ich mir nicht vorstellen"
Koren ist sich sicher, dass auf die Steuerzahler keine weiteren Kosten zukommen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Republik zuschießen muss", sagte er. Alle Anleihen sollen sich über den Abbau finanzieren. Auch eine Auswirkung auf die Staatsschulden sieht er nicht: "Ich wüsste nicht, warum eine private Einheit, die sich selbst liquidiert, staatsschuldenwirksam werden sollte", darauf würde er sich "fast wetten" trauen.

Das Finanzministerium sieht den Restrukturierungsplan positiv. Er sei "eine gute Nachricht für die österreichischen Steuerzahler und eine gute Nachricht für die Kunden und Partner der Volksbanken", so das Ministerium in einer Aussendung. "Wir sehen mit Wohlwollen, dass die Bank aus sich heraus einen Erneuerungsprozess einleitet." Für das Ministerium sei entscheidend, dass kein neues Steuergeld nötig wird und sich der Volksbankensektor wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.

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