Wawrinka besiegt

Jetzt nimmt Thiem Kurs auf die Top 50

Sport
07.05.2014 10:35
Im dritten Anlauf gegen einen Top-Ten-Spieler hat es geklappt, und Dominic Thiem fühlte sich wohl erstmals so richtig im "Tennis-Himmel": Der 1:6-6:2-6:4-Erfolg über den Weltranglisten-Dritten und diesjährigen Australian-Open-Sieger Stanislas Wawrinka am späten Dienstagabend in der zweiten Runde von Madrid war ein Meilenstein für den erst 20-jährigen Niederösterreicher. Jetzt nimmt er Kurs auf die Top 50.

Thiem hat seine Ausnahmestellung im internationalen Tennis mit einer Sensation bekräftigt. Er ist der jüngste Spieler in den Top 100 und hat nun bereits klar Kurs in Richtung Top 50 genommen. Allein der Achtelfinaleinzug in Madrid hievt Thiem bereits an die Top 60. Thiem ist der erste 20-Jährige seit Juan Martin Del Potro 2009 auf dem Weg zum US-Open-Titel, der einen Top-Drei-Spieler geschlagen hat, er wird auch auf der Tour als "Rising Star" gehandelt.

Am Donnerstag geht es für den Lichtenwörther nun sogar um sein erstes Viertelfinale auf Masters-1.000-Niveau - oder insgesamt 180 Punkte für das Ranking und 87.680 Euro Preisgeld. 90 Zähler hat er bereits sicher. Weder Michail Juschnij (RUS) noch Feliciano Lopez (ESP) sind für Thiem unbezwingbar. Das hat das Match gegen Wawrinka gezeigt.

"Ich gewöhne mich an das Top-Level"
Beeindruckend, wie er gegen den in diesem Jahr besten Spieler nach glatt verlorenem ersten Satz zurück gekommen ist. Aber es ist eine Stärke von Thiem, dass er sich bei Rückstand noch einmal zu steigern vermag. Dass sich ein 20-Jähriger in sieben von acht Turnieren auf ATP-Tour-Level durch die Qualifikation kämpft, ist auch keine Selbstverständlichkeit. "Die Quali-Matches helfen viel, ich gewöhne mich an das Level der Top-100-Spieler", meinte Thiem Dienstagabend bescheiden. Doch der Weg nach oben scheint vorgezeichnet.

Gegen Wawrinka nervenstark
Und wer nach oben will, der muss auch Rückschläge verdauen. So geschehen vergangene Woche im Achtelfinale von Barcelona, als Thiem gegen den Kolumbianer Santiago Giraldo nicht weniger als fünf Matchbälle nicht verwerten konnte. Gegen Wawrinka nützte er gleich den ersten. "Wawrinka hat einen Vorhandfehler gemacht und Giraldo hat die fünf Matchbälle so gut gespielt, da konnte ich nichts machen. Das ist das Gute am Tennis, dass man jede Woche wieder eine neue Chance hat. Und man an Niederlagen nicht lang grübeln kann."

Bresnik: "Er hat nicht sein bestes Tennis gespielt"
Eingestellt ist Thiem hervorragend, und auch mit seiner bescheidenen Art hat er schon jetzt viele Sympathien nicht nur unter den Tennis-Fans, sondern auch auf der Tour gefunden. Der Aufstieg seines Schützlings freut natürlich auch seinen Langzeit-Trainer Günter Bresnik, der mit Thiem seit dessen elftem Lebensjahr zusammenarbeitet. "Er ist ein äußerst vielversprechender Spieler. Er hat heute nicht einmal seine Möglichkeiten voll abgerufen, nicht sein bestes Tennis gespielt und trotzdem gewonnen", meinte Bresnik. "Er hat endlich einmal den Schritt geschafft, einen Top-Ten-Spieler zu schlagen, das war ihm sehr, sehr wichtig."

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