Kunst wird zur Seele

Bilder von Sigrid Koller berühren Herz und Seele

Niederösterreich
26.01.2026 13:00

Eine St. Pöltner Malerin beeindruckt mit stiller Schönheit die Kunstwelt – zwischen Asche, Marmor, Licht und Blattgold.  Ihre Werke finden sich inzwischen in ganz Europa.

Kunst ist für mich nicht Dekoration, sondern ein Weg, Ruhe und Klarheit zu schaffen“, sagt Sigrid Koller leise, während wir in ihrem Waldatelier in St. Pölten stehen. Die tief beseelte Künstlerin arbeitet hier allein, in aller Stille, umgeben von Marmormehl, Kreiden, Sand und Asche – ihren Materialien, die sie zu einzigartigen Bildern formt. „Ich liebe es, wenn ein Bild in einem Moment des Einklangs zu sich selbst findet“, erzählt sie. „Dann lege ich alle Werkzeuge aus der Hand und lasse es einfach sein. Diese Ruhe, diese Reduktion auf das Wesentliche, ist das, was ich vermitteln möchte.“

Ihr Weg zur Kunst war allerdings alles andere als geradlinig: Nach Jahren im Tourismus und in Bürojobs wagte sie schließlich den Sprung in die Selbstständigkeit. „Ich war EDV-Trainerin, dann Ernährungsberaterin nach traditioneller chinesischer Medizin – immer mit dem Blick auf das Gleichgewicht, die Ausgewogenheit. Doch die Kunst hat mich nie losgelassen.“

Zitat Icon

Die Reduktion und die Schlichtheit sind der innere Kompass meiner Kunst. Blattgold soll den Bildern seelisches Strahlen zu verleihen.“

Künstlerin Sigrid Koller

In St. Pölten entstehen ihre Werke Schicht für Schicht. „Ich mische Marmormehl, Kreide oder Asche mit Bindemittel und trage es auf den Untergrund auf. Dann nehme ich wieder etwas weg. So entsteht die Geschichte des Bildes, seine Struktur, seine Seele“, erklärt sie.

Blattgold fügt sie sparsam hinzu – ein Funken Licht in der Reduktion. „Marmor steht für Festigkeit, Asche für Wandel, Gold für Helligkeit – alles ein Dialog zwischen Material und Intuition.“ Ihre Werke finden sich inzwischen in ganz Europa – von privaten Sammlungen bis hin zu Institutionen wie der IAEA. Und sie hingen schon in der „Van Gogh Art Gallery“ in Barcelona und Mailand. „Es ist schön zu wissen, dass die Menschen in diesen Bildern Ruhe und Eleganz finden können“, sagt Koller nachdenklich. „Ich hoffe, dass meine Bilder einladen, einen Moment innezuhalten.“

Wer ihre Werke sieht, spürt sofort: Hier hat jemand die Zeit, die Materie und die eigene Intuition verschmolzen – und etwas geschaffen, das tiefer geht als bloße Oberfläche.

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