Ein weststeirischer Kult-Gastronom starb plötzlich nach einem internistischen Notfall. Seither ist sein Kunst-Kaffeehaus geschlossen, nun ringt die Tourismusgemeinde Stainz um einen Nachfolger.
Zum Illy-Kaffee servierte er nicht nur hausgemachte Mehlspeisen, sondern stets auch ein paar nette Worte: Franz Lex war ein Gastronom der alten Schule, ein Charmeur und Liebhaber der schönen Künste. Sein Café auf dem Stainzer Hauptplatz war über viele Jahre Treffpunkt für Jung und Alt: An der Theke trank man einen schnellen Espresso, in der Sitzecke schmökerte man in internationalen Zeitungen oder tauschte sich über Gott und die Welt aus. „Diese Lokalität hat das gewisse Etwas“, urteilte einst der „Gault Millau“.
Doch plötzlich ist alles anders. Die Türen des mit zahlreichen Bildern und Skulpturen von Gegenwartskünstlern geschmückten Kaffeehauses sind geschlossen, vor dem Eingang brennen Kerzen, haben Trauernde Blumen niedergelegt.
Franz Lex ist nicht mehr, am 9. Jänner verstarb er 77-jährig nach einem internistischen Notfall. In Stainz ist die Betroffenheit riesig, zu seiner Verabschiedung kamen Hunderte Trauergäste. Und alle fragen sich: Verliert die weststeirische Schilchergemeinde jetzt ihr kulinarisches Aushängeschild Nummer eins?
„Herr Lex war alleinstehend und hat auch keine Nachkommen“, weiß ÖVP-Bürgermeister Karl Bohnstingl. „Wir hoffen natürlich sehr, dass das Kaffeehaus fortgeführt wird, weil es enorm wichtig für unsere Gemeinde ist.“
Es soll schon Bewerber geben
Das Lokal steht im Eigentum eines Stainzer Geschäftsmannes, war an Franz Lex verpachtet. Die Suche nach einem Nachfolger läuft intensiv: Auf der Internetseite der WKO Deutschlandsberg findet sich bereits ein Inserat („sehr gute Frequenz“, „viele Stammkunden“), nach „Krone“-Infos gibt es bereits einige Bewerber.
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