Mit einer miesen Betrugsmasche versuchen „Mediziner“ derzeit in Niederösterreich, älteren Menschen deren Geld und Gold herauszulocken. Nur durch Finanzierung eines teuren Medikaments könne lieben Angehörigen das Leben gerettet werden.
Ungeniert stellen sich die fiesen Kriminellen als Ärzte des Universitätsklinikums St. Pölten, aber auch als Wiener Toponkologen vor. Zuletzt klingelte es bei einer 90-jährigen Frau aus dem Mostviertel. Seinen Namen nannte der angebliche Mediziner nicht, wohl aber tischte er eine erschütternde Geschichte auf. „Wir haben bei ihrer Schwiegertochter im Rahmen einer Routineuntersuchung eine schwere Krebserkrankung festgestellt“, log der Betrüger am anderen Ende der Leitung.
120.000 Euro via Telefon
Es gebe aber Hoffnung – allerdings nur mit einer speziellen medikamentösen Behandlung. Kostenpunkt: rund 120.000 Euro. Das Geld werde dringend benötigt. Um zusätzlichen Druck aufzubauen, behauptete der Anrufer, der Sohn der Frau sei bereits unterwegs, um bei Freunden und Verwandten Geld aufzutreiben. Gleichzeitig wollte er wissen, ob die Pensionistin Geld oder Gold zu Hause habe. Prompt war die Frau bereit, 10.000 Euro sowie Schmuckstücke beizusteuern.
Hilfswerk-Mitarbeitern stoppte den Betrug
Gerade noch rechtzeitig kam es zu einem glücklichen Zufall: Mitarbeiterinnen des Hilfswerks trafen im Haus ein. Daraufhin beendete der Anrufer abrupt das Gespräch. Die 24-Stunden-Betreuerin hatte in einem anderen Raum vom Telefonat nichts mitbekommen. Nachdem die alte Dame den Inhalt des Anrufs geschildert hatte, verständigte eine Mitarbeiterin sofort die Polizeiinspektion Amstetten.
Nach ähnlich gelagerten Betrugsversuchen im weiten Land warnt die Exekutive nun eindringlich, keine Auskünfte über Geld oder Wertsachen zu geben und umgehend den Notruf zu wählen. Appell an Angehörige: Besonders ältere Familienmitglieder sensibilisieren – denn die Betrüger setzen gezielt auf Angst, Mitleid und Zeitdruck.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.