Luciano Benavides hat KTM mit dem knappsten Vorsprung der Geschichte bei der Rallye Dakar doch noch den dritten Motorrad-Gesamtsieg in den vergangenen vier Jahren beschert. Der Argentinier profitierte am Samstag auf der letzten Etappe um Yanbu in Saudi-Arabien von einem Navigationsfehler des US-Amerikaners Ricky Brabec und triumphierte mit zwei Sekunden Vorsprung auf seinen Honda-Rivalen erstmals beim Wüsten-Klassiker. Sein Bruder Kevin hatte die Dakar 2021 und 2023 gewonnen.
Brabec machte sieben Kilometer vor Schluss den entscheidenden Fehler, kam nicht über Tagesrang zehn hinaus und verpasste seinen insgesamt dritten Gesamtsieg nach 2020 und 2024. Der 34-Jährige war mit mehr als drei Minuten Vorsprung auf Benavides in das 105 km kurze Schlussteilstück gegangen. Nach mehr als 49 gewerteten Stunden oder 8.000 Gesamtkilometern fehlten ihm am Ende zwei Sekunden. Gesamtdritter wurde mit Tosha Schareina ebenfalls ein Honda-Pilot.
„Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich habe nie aufgehört zu träumen“, betonte Luciano Benavides. „Ich habe das für mich selbst gemacht, und es fühlt sich irreal an. Um nur zwei Sekunden zu gewinnen, ist unglaublich.“ Brabec habe knapp vor dem Ziel die falsche Piste gewählt. „Ich habe einen guten Weg erwischt, die Chance gesehen und sie ergriffen“, erklärte der Sieger, der bei der 48. Auflage auch drei Etappenerfolge einfuhr. Im Finale reichte dem 30-Jährigen Tagesrang zwei hinter seinem spanischen KTM-Teamkollegen Edgar Canet zum Triumph.
Die Dakar und ihre eigenen Geschichten
„Wir haben bis zum letzten Meter gekämpft und nie aufgegeben, das war der Schlüssel“, meinte KTM-Teammanager Andreas Hölzl. „Die Dakar schreibt immer ihre eigenen Geschichten, das war ein weiteres perfektes Beispiel dafür.“ Er sei extrem stolz auf das gesamte Team, betonte der Oberösterreicher. Der australische Titelverteidiger Daniel Sanders brach sich als Gesamtführender auf der zehnten Etappe Mitte der Woche das Schlüsselbein, brachte das Rennen aber noch als Fünfter zu Ende.
KTM bejubelte den 21. Gesamtsieg bei der Traditionsrallye und baute seinen Status als Rekordsieger bei den Motorrädern weiter aus. Seit dem Österreicher Matthias Walkner 2018 haben vor Luciano Benavides auch der Australier Toby Price 2019, Kevin Benavides 2023 sowie Sanders 2025 für den oberösterreichischen Hersteller die Dakar gewonnen. Bei den Autos, die später ins Finale gestartet sind, fuhr der Katarer Nasser Al-Attiyah im Dacia seinem sechsten Gesamtsieg entgegen.
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