„Nothilfe Priorität“

Gaza-Verwalter will Trümmer ins Meer schieben

Außenpolitik
15.01.2026 18:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Gazastreifen hat nun eine Übergangsverwaltung aus 13 palästinensischen Technokraten und einer Technokratin bekommen. Zum Leiter wurde der bisher stellvertretende Planungsminister in der Palästinensischen Autonomiebehörde ernannt, der ein erstes Konzept für den Wiederaufbau vorgelegt hat.

„Wenn ich Bulldozer hole und die Trümmer ins Meer schiebe und neue Inseln, neues Land schaffe, kann ich neues Land für Gaza gewinnen und gleichzeitig die Trümmer beseitigen“, sagte Ali Shaath am Donnerstag. So wolle er die geschätzt 68 Millionen Tonnen Trümmer beseitigen. Die zerstörte Infrastruktur könne innerhalb von drei Jahren wieder aufgebaut werden. Priorität habe jedoch die Nothilfe, einschließlich von Unterkünften für Vertriebene. Danach folge die Sanierung der lebenswichtigen Infrastruktur und anschließend der Wiederaufbau von Häusern.

„Gaza wird zurückkehren und innerhalb von sieben Jahren besser sein als zuvor“, sagte Shaath. Die UN ist diesbezüglich weniger optimistisch, sie geht davon aus, dass der Wiederaufbau mindestens bis 2040 dauern werde. Der Zuständigkeitsbereich des Komitees werde mit dem von der Hamas kontrollierten Gebiet beginnen und sich schrittweise ausdehnen, wenn sich das israelische Militär weiter zurückziehe, sagte der neue Gaza-Verwalter. Shaath ist Bauingenieur und war bisher stellvertretender Planungsminister in der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland.

Hamas: „Ball liegt nun bei den Vermittlern“
Israels Armee hat sich bisher aus fast der Hälfte des Gazastreifens zurückgezogen, die andere Hälfte kontrollieren die Gruppen aber weiter. Die Vermittlerinnen und Vermittler ringen zudem immer noch um eine Entwaffnung der Hamas. Die Terrororganisation unterstützt das neue Komitee grundsätzlich. „Der Ball liegt nun bei den Vermittlern, dem amerikanischen Garanten und der internationalen Gemeinschaft, um das Komitee zu befähigen“, sagte Vertreter Bassem Naim.

Israels Regierung und die früher im Gazastreifen herrschende Hamas hatten sich im Oktober auf einen stufenweisen US-Friedensplan geeinigt. Dieser umfasst einen Waffenstillstand, den Austausch von Geiseln gegen palästinensische Gefangene und mehr humanitäre Hilfe. Das Abkommen wurde jedoch immer wieder erschüttert, zum Beispiel durch israelische Luftangriffe und Verzögerungen bei der Öffnung des Grenzübergangs zu Ägypten. Die Ernennung der Verwaltung ist Teil der zweiten Phase des Plans.

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