Angesichts von Internet-Blockaden im Iran hat Elon Musks Weltraumfirma SpaceX ihren Satelliten-Dienst Starlink für das Land kostenlos gemacht. Entsprechende Informationen von Aktivisten wurden dem Finanzdienst Bloomberg von SpaceX-Kreisen bestätigt. SpaceX machte dazu zunächst keine offiziellen Angaben.
Um Starlink zu nutzen, braucht man spezielle Antennen und Empfangsgeräte. Sie sind im Iran verboten, werden aber dennoch ins Land geschmuggelt. Nach früheren Schätzungen könnten sich etwa 20.000 der Terminals im Land befinden. Die Gruppe Holistic Resilience, die für Internet-Zugänge im Iran sorgen will, geht inzwischen sogar von mehr als 50.000 Geräten aus, wie ihr Chef Ahmad Ahmadian Bloomberg sagte.
Schwerer zu blockieren
Die kompakten Terminals kommunizieren direkt mit Starlink-Satelliten, was sie unabhängiger von Maßnahmen von Regierungen macht. Iranischen Behörden gelang es aber Medienberichten zufolge bereits, den Starlink-Empfang teilweise zu stören.
Abgeschnitten
Die iranische Regierung greift angesichts der landesweiten Proteste seit Tagen zu weitreichenden Internetsperren. Die Blockade hat große Auswirkungen auf das Alltagsleben: „Wir kommen ins Büro, aber ohne Internet kann ich nicht einmal meine Kunden kontaktieren“, sagte ein Mitarbeiter einer privaten Firma in Teheran, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP.
Während Plattformen wie YouTube, Instagram und Telegram gesperrt sind, können Iraner zumindest das heimische Internet nutzen, dessen Inhalt gefiltert wird. Bestimmte Apps für Taxis, Lieferdienste und Online-Banking funktionieren wie gewohnt. Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurden internationale Telefonverbindungen am Dienstag wieder hergestellt – jedoch nur für ausgehende Telefonate. Die Qualität der Verbindungen blieb durchwachsen, immer wieder wurden Gespräche unterbrochen.
Mächtiges Werkzeug
Starlink-Systeme werden auch von der ukrainischen Armee eingesetzt. Sie waren besonders wichtig zu Beginn des Krieges, nachdem die russischen Angreifer herkömmliche Telekommunikations-Infrastruktur zerstört hatten. Starlink stellte die Geräte dabei zunächst selbst zur Verfügung, inzwischen gibt es einen Vertrag mit dem Pentagon für die Versorgung der Ukraine.
Bis dahin konnte Musk über die Verwendung von Starlink bestimmen. So sagte der Tech-Milliardär seinem Biografen Walter Isaacson, dass er sich geweigert habe, auf Bitten der Ukraine die Starlink-Versorgung in der Nähe der von Russland besetzten Halbinsel Krim freizuschalten, und damit einen Angriff auf russische Truppen verhindert habe.
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