Männlich, weiblich, divers – Geschlechterneutralität bleibt in Österreich Aufreger. Eine aktuelle Studie von Marketagent zeigt: Zwar stehen drei Viertel der Bevölkerung genderneutralen Konzepten offen gegenüber, doch bei der Umsetzung hapert es, wie die Umstellung auf Unisex-Toiletten zeigt.
Ein WC für alle: Knapp ein Fünftel bewertet in der aktuellen Studie Unisex-Toiletten positiv, ein Viertel steht dem Thema neutral gegenüber, die Mehrheit beurteilt diese Entwicklung negativ.
Nicht jedermanns Sache
72 Prozent der Frauen fühlen sich unwohl, wenn sie ein stilles Örtchen für alle Geschlechter aufsuchen, bei den Männern sind es 55 Prozent.
Auch wenn etwa die Hälfte die Einführung von Unisex-WCs befürwortet, würde eine deutliche Mehrheit, immerhin 86 Prozent eine klassische Damen- oder Herrentoilette aufsuchen, wenn beide Varianten angeboten werden.
Praktisch für Familien
Die Vorteile von genderneutralen Anlagen werden eher pragmatisch als ideologisch angesehen. So findet es vor allem Familien mit Kindern praktisch. Auch die Vereinfachung von Planung und Baukosten werden als positiv eingestuft. Manche erhoffen sich auch kürzere Wartezeiten.
Die Offenheit für Genderneutralität ist in Österreich da, aber sie verläuft entlang von Generationen und politischen Linien.
Andrea Berger, Research Manager bei Marketagent
Bei der Geschlechterneutralität scheiden sich allgemein die Geister. Während jeder Vierte Bewerbungen ohne Geschlechtsangabe befürwortet, kann nur ein kleiner Teil von 14 Prozent der Sortierung von Klamotten im Textilhandel nach Stil statt nach Damen- und Herrenbekleidung etwa abgewinnen.
Wenig überraschend: Jüngere und Menschen mit linker politischer Einstellung zeigen mehr Offenheit gegenüber neuen Konzepten als ältere und konservativ eingestellte Personen.
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