Steirer hat es gewagt

Kabarett boomt: Die neuen Stars der Unterhaltung

Steiermark
11.01.2026 11:00

Der Kabarettboom bietet Chancen wie selten zuvor – doch er verlangt auch Mut, Ausdauer und die Bereitschaft, ganz unten anzufangen. Einer von ihnen ist der Musiker Andreas Schlintl, dem auf der Knochentour um jeden Lacher auch mal das Lachen vergeht.

Sie füllen Hallen, landen Kinoblockbuster, sind in TV-Formaten und Filmen präsent, agieren als Autoren und schaufeln mit Werbeverträgen gutes Geld. Kabarettisten sind die neuen Superstars der Unterhaltungsszene. Kaum ein anderes Genre erlebt derzeit einen derartigen Boom wie das Kabarett. Das Publikum strömt in Scharen in die Lachnummern. Humor ist gefragt wie selten zuvor. Für viele sehr verlockend, mit dem Schalk im Nacken Karrieren zu machen.

Die „Lachnummern“ kommen aus verschiedenen Ecken – von Social Media bis zum klassischen Kabarett – und repräsentieren eine Mischung aus digitalem Humor und Bühnenpräsenz. „Für Kabarettisten gibt es keine Aufnahmeprüfung, für viele ist es auch nur ein Herumstraucheln in der boomenden Szene“, kommentiert Andreas Schlintl den Comedy-Hype. „Kabarett ist ein Job wie ein jeder andere, du musst immer am Ball bleiben.“

Kabarett ist nicht nur Kunst
Als Quereinsteiger versucht der gelernte Installateur auf der Kabarettbühne Fuß zu fassen, die so offen wie umkämpft ist. Hinter dem Glamour der ausverkauften Hallen steckt für jeden Newcomer vor allem harte Arbeit, Unsicherheit und Durchhaltevermögen. Kabarett ist heute nicht nur Kunst, sondern auch Unternehmertum. „Das ist absolute Knochenarbeit, von der ich noch nicht leben kann. Wer bestehen will, muss nicht nur lustig und „anders“ sein, sondern auch organisieren, vermarkten und improvisieren können – auf und abseits der Bühne.

Der Steirer hat sich die „Kernölamazonen“ angelacht. Ein Glücksfall.
Der Steirer hat sich die „Kernölamazonen“ angelacht. Ein Glücksfall.(Bild: Sebastian Santocchi)

1000 Plakate hat der Steirer selbst ausgehängt, Termine mit Gemeinden, Hotels und Gasthäusern vereinbart, Bühnen organisiert, dabei auch die Niederungen der Kleinkunst erfahren. „In Leoben habe ich vor 6 Leuten gespielt, in Bad Radkersburg waren es schon 80 zahlende Besucher.“ Genau diese Erfahrungen gehören zur neuen Kabarett-Realität dazu.

Jeden Besucher erkämpft
Der 43-Jährige hat im vergangenen Jahr den mutigen Schritt gewagt und das eigene Leben zum Stoff seines aktuellen Soloprogramms „Auf dem Weg zu mir“ gemacht. Ohne großes Netzwerk, dafür mit umso mehr Einsatz. 30 Vorstellungen hat der Berufsmusiker gespielt, jeden Besucher erkämpft.

Auch dass es Förderer, gute Beziehungen und das Quäntchen Glück braucht, um im Schatten der Scheinwerfer als neue Generation heranreifen zu können. „Ich durfte im Vorprogramm der „Kernölamazonen“ und Benedikt Mitmannsgruber spielen und den ersten lokalen Kabarettpreis gewinnen“, freut sich der Gleisdorfer, der in die Kabarettszene eingetaucht ist, um zu bleiben.

Andrang war früher nicht so groß
Auf die Teilnahme an Wettbewerben hat der Grazer Gernot Haas bewusst verzichtet, der 2009 in das „Kabarettgeschäft“ eingestiegen ist. „Damals drängten viel weniger mit den Alteingesessenen auf die Kabarettbühne. Öffentlichkeitswirksame Plattformen mit Social Media gab es auch nicht, die heute gemeinsam mit den zahlreichen „lustigen“ TV-Formaten“ karrierefördernd sein können. „Vorausgesetzt, man wird in diese Sendungen eingeladen“, bedauert Haas die Willkür der Programmgestalter.

Gernot Haas mit Lilian Klebow
Gernot Haas mit Lilian Klebow(Bild: Daniel)

Hingegen sind erfolgreiche Kollegen, die Newcomer in ihr Programm einladen, Goldes wert. „Im Idealfall ist es ein gegenseitiger Benefit“, ist sich der etablierte Kabarettist sicher, der mit Schauspielerin Lilian Klebow und Kabarett-Superstar Monika Gruber kongeniale Partnerinnen angelacht hat. „Auf das gemeinsame Gastspiel mit Monika Gruber hat es so viele positive Reaktionen gegeben, dass es weitere Gastspiele mit der Gruberin geplant sind“, freut sich der Verwandlungskünstler, der nach vier Kabarettprogrammen am nächsten Geniestreich schreibt.

Am zweiten Programm feilt auch Andras Schlintl, der heuer einige Kabarettwettbewerbe bestreiten möchte, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Im Herbst geht es dann wieder auf (Knochen)Tour, denn Erfolg im Kabarett passiert nicht über Nacht, sondern Auftritt für Auftritt, Lacher für Lacher, Schenkelklopfer für Schenkelklopfer….

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