Tiroler Elternverband

Ferien-Verschiebung „über unsere Köpfe hinweg“

Tirol
04.01.2026 11:00

Um eine Woche nach hinten werden die Semesterferien 2027 verlegt. „Ein gelungener Coup der Wirtschaftskammer“, ätzt der Landeselternverband Tirol jetzt in einem offenen Brief. Vor allem zur mangelnden Einbindung hat man eine klare Meinung.

Das kam wahrlich überraschend: Die Semesterferien 2027 werden um eine Woche verlegt, teilte die Wirtschaftskammer Tirol einen Tag vor Weihnachten mit. Man wolle „extreme Verkehrsspitzen entschärfen“, denn sonst wären die Tiroler Ferien mit der Faschingswoche in den zentralen touristischen Herkunftsmärkten kollidiert, hieß es in der Begründung. Den Einheimischen sei damit eine „ruhigere und qualitativ bessere Ferienzeit“ möglich, ergänzte Alois Rainer, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft.

Ein „schaler Beigeschmack“
Der Landeselternverband spricht der Maßnahme nicht völlig den Sinn ab. Im offenen Brief an Tourismus-LR Mario Gerber, Bildungs-LR Cornelia Hagele, WK-Präsidentin Barbara Thaler sowie Bildungsdirektor Paul Gappmaier heißt es allerdings: „Auf den zweiten Blick bleibt ein schaler Beigeschmack. Einerseits wurde über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden. Andererseits lässt sich durch diese Verschiebung natürlich auch der Umsatz der Seilbahn- und Tourismuswirtschaft optimieren.“

Wieso wurden keine Meinungen eingeholt?
Dass „über die Köpfe der Betroffenen hinweg“ entschieden worden sei, wird mit rhetorischen Fragen kritisiert: Wieso habe man nicht bei den Elternvertretern mit der Chance auf Meinungspluralität nachgefragt? Wieso seien nicht Bildungsexperten zu Nachteilen einer Verkürzung des ohnehin kurzen Sommersemesters befragt worden?

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Schulpartnerschaft muss gelebt werden und darf kein Lippenbekenntnis werden.

Die Elternvertreter im offenen Brief

Lehrervertreter erfuhren aus der Zeitung davon
Auch die Tiroler AHS-Lehrervertreter erfuhren aus der Zeitung davon. „Vermutlich wurden auch die betroffenen Tiroler Schüler nicht um ihre Meinung gefragt“, heißt es weiter im offenen Brief von Manfred Macek (höhere und berufsbildende Schulen) sowie Benedikt Treml (Pflichtschulbereich).

Die zentralen Forderungen daher: Schulische Maßnahmen müssten zunächst das Wohl der 98.000 Schüler und nicht des Tourismus im Fokus haben. Schulpartnerschaft müsse „echt gelebt“ werden.

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