Ein Treffer von Liverpool-Kicker Florian Wirtz sorgt derzeit für Rätselraten bei Fans und Experten. Der zwischenzeitliche Treffer zum 1:1 des Deutschen im Spiel gegen Fulham am Sonntag (Endstand 2:2) schien aus einer Abseitsposition entstanden zu sein – der Linienrichter hob die Fahne, der Spieler selbst verzichtete auf einen Jubel und die Bilder schienen den Verdacht zu bestätigen. Doch nach VAR-Ceck zählte der Treffer! Warum? Der Hintergrund ist durchaus kurios.
„Ich war mir sicher, dass es Abseits war, deshalb habe ich erst einmal nicht gejubelt“, zeigte sich sogar Wirtz höchstpersönlich nach dem Spiel gegenüber „Sky Sports“ überrascht. Der Treffer des Deutschen in der zweiten Halbzeit des Spiels gegen Fulham sorgte nicht nur bei ihm selbst für Rätselraten.
Immerhin hatte der Linienrichter gleich die Fahne gehoben und auch die anschließenden TV-Bilder deuteten auf eine Abseitsstellung hin. Dennoch: Der VAR überprüfte den Treffer – die Entscheidung dauerte sehr lange und am Ende entschied Schiedsrichter Craig Pawson, dass es sich um ein reguläres Tor handelte.
Fünf Zentimeter Toleranz?
Eine Entscheidung, die für Kopfschütteln sorgte – in den sozialen Medien kursierten sogleich Bilder der Situation, die zeigten, dass Wirtz zum Zeitpunkt der Ballabgabe scheinbar klar im Abseits stand. „Ich weiß, dass die Kamerawinkel manchmal täuschen können, aber da wir den Elfmeterpunkt sehen können, kann ich einfach nicht glauben, dass dieser Treffer gegeben wurde“, echauffierte sich auch Sky-Experte Jamie Carragher.
In englischen Medien wurde das Thema auch gleich heftig diskutiert und plötzlich tauchte auch eine Erklärung auf, die selbst eingefleischte Fußball-Fans überraschte. „Während in anderen Wettbewerben wie der Champions League Abseitsstellungen millimetergenau entschieden werden, arbeitet das VAR-System der Premier League mit einer Toleranz von bis zu fünf Zentimetern“, erklärte etwa die „Daily Mail“.
England behielt die Regelung
Auch die „BBC“ bestätigt: „Wirtz schien im Abseits zu stehen. Und das war er auch – knapp!“ Ab Beginn der Saison 2021/22 wurde in allen Ligen die besagte Toleranzgrenze von etwa fünf Zentimeter zur alten Abseits-Technologie hinzugefügt. „Das bedeutete, dass bei Berührung der beiden Linien der Spieler unabhängig von der Entscheidung auf dem Spielfeld als nicht im Abseits stehend gewertet wurde“. Der Grund dafür waren Ungenauigkeiten in der Technologie, wie beispielsweise der richtige Zeitpunkt, zu dem der Ball gespielt wurde.
Während andere Spitzenligen mittlerweile zum millimetergenauen Abseits zurückgekehrt sind, wurde die Regelung in der Premier League beibehalten. Das bedeutet konkret: „Tatsächlich kann ein Spieler nun laut Technologie geringfügig im Abseits stehen, aber bei Anwendung der Toleranzgrenze im erlaubten Spektrum sein.“ So geschehen auch im Fall von Wirtz.
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