08.04.2014 17:00 |

3 Männer in U-Haft

Bande kassierte mit Scheinfirmen 1,5 Mio. Euro

Polizeischlag gegen die Wiener Baumafia: Um für Mitarbeiter keine Abgaben zahlen zu müssen, zogen ein Türke und zwei Unternehmer aus Ex-Jugoslawien einen groß angelegten Betrug auf. Das Trio gründete 25 Scheinfirmen, "parkte" dort Arbeitskräfte und blieb so Beiträge für Pensionen, Krankenkasse etc. schuldig.

Nach mehrwöchigen Ermittlungen kamen Kriminalisten des Landeskriminalamtes Wien dieser straff organisierten Betrügerbande auf die Schliche. Mitte März klickten schließlich für drei Verdächtige im Alter zwischen 46 und 48 Jahren die Handschellen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurden insgesamt sechs Hausdurchsuchungen an je drei Privat- sowie "Firmenadressen" im Großraum Wien - unter anderem auch in Ottakring - durchgeführt.

25 Scheinfirmen gegründet
Dabei förderten die Beamten mehrere Tausend Seiten an "Firmenunterlagen", die in 80 Aktenordnern verstaut waren, sowie elektronische Datenträger als Beweise ans Tageslicht. Den Polizeibeamten gelang es, den drei Beschuldigten die Gründung von mehr als 25 Scheinfirmen nachzuweisen.

Dort meldeten die mutmaßlichen Täter Arbeitnehmer an, um ihren eigenen Firmen Personalabgaben, Beiträge und Zuschläge zu ersparen oder so lange zu verschleppen, bis eine Eintreibung etwa wegen eines Konkurses nicht mehr möglich ist. Anschließend wurden die Arbeiter wieder an die Stammfirma ausgeliehen. Die durch die Baumafia angehäufte Schadenssumme beläuft sich auf mehr als 1,5 Millionen Euro - die drei Verdächtigen sitzen in U-Haft.

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