Kurti triumphiert

Fast 50 Prozent für Regierungspartei im Kosovo

Außenpolitik
29.12.2025 06:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Regierungspartei Vetevendosje von Ministerpräsident Albin Kurti hat die vorgezogene Parlamentswahl im Kosovo deutlich gewonnen. Nach Auszählung von fast allen Wahllokalen erreichte die sozialdemokratische Partei 49,4 Prozent der Stimmen, wie die staatliche Wahlkommission in Pristina mitteilte. Damit liegt Vetevendosje klar vor der Konkurrenz und könnte gemeinsam mit Parteien der ethnischen Minderheiten über eine parlamentarische Mehrheit verfügen.

Es war bereits die zweite Parlamentswahl in diesem Jahr. Die Neuwahl wurde notwendig, nachdem es nach der regulären Wahl am 9. Februar zu keinen klaren Mehrheitsverhältnissen gekommen war und sich Kurti mit keiner der Oppositionsparteien auf eine Koalition einigen konnte. Zuvor hatte der 50-jährige Regierungschef weitgehend allein regiert.

Andere Parteien weit abgeschlagen
Nach Angaben der Wahlkommission kam die liberale Demokratische Partei (PDK) auf 21 Prozent der Stimmen. Die bürgerliche Demokratische Liga des Kosovos (LDK) erreichte 13,6 Prozent, die konservative Allianz für die Zukunft (AAK) 5,7 Prozent. Im 120 Sitze umfassenden Parlament sind zehn Mandate der serbischen Minderheit sowie weitere zehn Sitze anderen ethnischen Gruppen wie Bosniaken, Türken und Roma vorbehalten.

In der Hauptstadt Pristina feierten Anhänger von Vetevendosje den Wahlsieg mit Autokorsos und Feuerwerk. Kurti sprach im Fernsehen von fairen, demokratischen und freien Wahlen. Seine Partei sei „noch siegreicher als Anfang Februar“, sagte der Ministerpräsident. Mit dem neuen Mandat kämen zahlreiche Aufgaben auf die Regierung zu, die bisherige Arbeit müsse fortgesetzt werden.

Klare Verbesserung im Vergleich zum Februar
Im Vergleich zur Wahl im Februar verbesserte sich Vetevendosje um rund sieben Prozentpunkte. Die PDK hielt ihren Stimmenanteil, während die LDK mehr als vier Prozentpunkte einbüßte. Die Wahlbeteiligung lag bei 45 Prozent und damit leicht unter jener vom Februar, als sie 46,6 Prozent betragen hatte.

Beobachter führten den Erfolg der Regierungspartei unter anderem auf ihr hohes Mobilisierungspotenzial zurück. Als Vorteil habe sich auch der Wahltermin zwischen Weihnachten und Neujahr erwiesen, da viele im Ausland lebende Kosovaren in dieser Zeit in ihre Heimat zurückkehren und Vetevendosje besonders stark unterstützen.

Kurti bleibt an der Spitze
Kurti steht seit 2021 an der Spitze der Regierung des Kosovos, das 2008 seine Unabhängigkeit erklärte und überwiegend von Albanern bewohnt ist. Serbien erkennt die Unabhängigkeit bis heute nicht an. Während seiner Amtszeit ging Kurti gegen von Serbien unterstützte parallele Institutionen im mehrheitlich serbisch bewohnten Norden des Landes vor und nahm dabei auch Konflikte mit der Europäischen Union in Kauf. Die EU hatte das Kosovo dafür mit Maßnahmen belegt, von denen ein Teil zuletzt wieder zurückgenommen wurde.

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