3. April 2014

Absurdes Theater

Sport
03.04.2014 09:17
Wäre der Weltfußball kein Theater der Absurditäten, müsste sich in Barcelona eigentlich keiner über dieses FIFA-Urteil aufregen: Dass ein Verein mit 202 Millionen Schulden, die in dieser globalen Negativ-Hitliste hinter Manchester United (822 Millionen) und Real Madrid (327 Millionen) Platz drei bedeuten, ein Jahr lang nicht auf dem Transfermarkt tätig sein darf, sollte keine Strafe sein – sondern kaufmännische Selbstverständlichkeit.

Aber dieser Sport tickt anders – und zwar nicht ganz richtig!
Irgendwie hätten die Katalanen sicher wieder eine Unsumme zusammengekratzt, um einen Superstar zu engagieren – öffentliche Gelder, Gerüchten zufolge auch aus dem Topf der Hunderten Milliarden Euro an EU-Förderung für den spanischen Zentralstaat, wären dafür schon abgefallen.

Jeder Geschäftsführer einer kleinen Firma würde für eine ähnliche Betriebsführung ins Gefängnis gehen; und Sturms Ex-Präsident Hannes Kartnig, der in Österreich wegen schweren Betrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, ist im Vergleich dazu ein dünner Fisch.

Der FC Barcelona hängt aber pikanterweise nicht deswegen an der Angel des Weltverbandes, sondern weil zwischen 2009 und 2013 bis zu zehn minderjährige Spieler transferiert wurden – das verstößt gegen Artikel 19 des FIFA-Reglements. Durchaus berechtigte und viel härtere Strafen für die Nichteinhaltung des Financial Fairplays bleiben hingegen seit Jahren aus.

Kein Wunder: Sonst würde aus der sogenannten Millionen-Liga der Champions ein Miniturnier mit bestenfalls vier Teams werden.

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