Nikki hat‘s probiert

So kommt der Christbaum von der Wiese in die Stube

Tirol
09.12.2025 12:00

Viele „Tiroler Krone“-Leser durften sich dank unseres jährlichen Gewinnspiels über Gutscheine für einen Tiroler Christbaum freuen. Doch bis dieser bereit ist, um zu Weihnachten eine gute Figur zu machen, ist viel Handarbeit und das richtige Timing nötig, wie wir vor Ort erfuhren. 

Der Hang hinter dem Gasteighof liegt noch im Schatten, der Tau der Nacht hängt in den Tannennadeln und hat den Boden leicht aufgeweicht. Ordentliche Schuhe, wasserfeste Hosen, Jacken und Handschuhe gehören zur Grundausstattung von Johannes Astner und seinen Helfern – und für kurze Zeit jetzt auch zu meiner.

Gleich drückt mir der Landwirt noch eine Motorsäge in die Hand. Er sucht den Baum aus, den ich umschneiden darf und setzt die Säge in der richtigen Höhe an, dann bin ich an der Reihe. Sägespäne spritzen, und schon liegt die Tanne auf dem Boden. Johannes entfernt die untersten Äste. „Ungefähr 20 bis 25 Zentimeter des Stammes sollten unten ohne Zweige sein, damit der Baum gut in den Ständer passt“, erklärt er.

Auch die Redakteurin durfte einen Baum fällen.
Auch die Redakteurin durfte einen Baum fällen.(Bild: Christof Birbaumer)

Arbeit am Hang bringt schnell ins Schwitzen
Jetzt kann der künftige Christbaum zum Fuß des Hanges gebracht werden, wo Johannes und ein Helfer schon jede Menge Bäume für den Abtransport zusammengetragen haben. „Wichtig ist, dass du ihn am Stamm nimmst und nicht am Wipfel, sodass beim Ziehen keine Zweige abbrechen“, erklärt er, wie ich den Baum – er wird nicht der letzte bleiben – am besten an seinen Bestimmungsort ziehe.

Die kleinen Tannen sind zwar nicht schwer, trotzdem wird mir beim Herumwandern auf dem Hang schnell ziemlich warm. Ich muss aufpassen, auf dem nassen Gras nicht auszurutschen, und keine noch stehenden Bäume zu beschädigen.

Bäume werden nur im richtigen Zeichen gefällt
Was geschnitten wird und was noch ein Jahr weiterwächst, entscheidet Johannes so, dass der Hang gleichmäßig bewachsen ist. Der Landwirt achtet streng darauf, seine Bäume im richtigen Zeichen zu ernten. „Ein gutes ist drei Tage vor dem elften Vollmond im Jahr“, verrät er. Aber dieser war heuer schon sehr früh. „Und es ist auch wichtig, dass es vorher kalt geworden ist, sodass der Baum nicht mehr aktiv ist.“ Daher haben er und seine Helfer sich heuer am Tierkreiszeichen Zwilling/Krebs orientiert. „Da behalten sie die Feuchtigkeit sehr gut.“

Laut Johannes geht der Trend in Richtung kleinerer Bäume, „für Wohnungen passt das vielen besser.“ Damit die Christbäume unabhängig von ihrer Größe gleichmäßig wachsen, überwacht sie Johannes nicht nur kurz vor Weihnachten mit geschultem Blick. Er zeigt mir, wie er mit verschiedenen Plastikschablonen Zweige spreizt, sodass ein Kranz schön symmetrisch wächst, oder Äste daran hindert, zu steil nach oben zu schießen. Damit der Christbaum zu Weihnachten perfekt ist, braucht er das ganze Jahr über liebevolle Pflege.

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