Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit im November um 5,2 Prozent gestiegen. Auch Tirol verzeichnet mit Stichtag Ende November mehr arbeitslose Personen (+3,9%). Auffallend: Im Zentralraum rund um die größten Städte ist die Zahl überdurchschnittlich gestiegen.
„Der Tiroler Arbeitsmarkt befindet sich weiter in Bewegung. Sowohl die Zahl der Beschäftigten als auch der Arbeitslosen steigt, begleitet von einem tiefgreifenden Strukturwandel.“ Das sagt Tirols AMS-Chefin Sabine Platzer-Werlberger zu den nun vorliegenden aktuellen Zahlen.
Vier von zehn mit Einstellungszusage
Mit Stichtag 30. November waren in Tirol 21.778 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um 818 Menschen mehr (+3,9%). Dazu kommen 2667 Frauen und Männer, die aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS teilnehmen. Die Arbeitslosigkeit ist bei den Männern im Vergleich zum Vorjahr auf 10.579 Personen gestiegen und bei den Frauen auf 11.199. Frauen sind also in den Zwischensaisonen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen.
Wie das Arbeitsmarktservice mitteilt, sind drei von vier arbeitslos vorgemerkten Personen seit weniger als drei Monaten ohne Job. Vier von zehn haben aktuell eine Einstellzusage von einem Betrieb und fast ebenso viele waren zuletzt in der Beherbergung und Gastronomie beschäftigt.
In den Ballungsräumen überlagern sich mehrere Trends. Einer ist die wirtschaftliche Schwäche im Handel und in Teilen der Industrie.

Sabine Platzer-Werlberger, GF AMS Tirol
Bild: Christof Birbaumer
Warum Ballungsräume stärker betroffen sind
Auffallend ist die regionale Verteilung. Ein überdurchschnittlich starker Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigte sich in den Bezirken Innsbruck Stadt/Land (+10,4%) und Kufstein (+8,6%). „In den Tiroler Ballungsräumen überlagern sich mehrere Trends. Die wirtschaftliche Schwäche im Handel und in Teilen der Industrie trifft auf einen anhaltenden Zuzug in den Tiroler Zentralraum – das führt zu einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit“, erklärt die AMS-Geschäftsführerin. In den Bezirken Landeck (-5,0%), Kitzbühel (- 3,3%) und Lienz (-2,4 %) liegt die Arbeitslosigkeit hingegen unter dem Vorjahresniveau.
Nur im Tourismus ein Rückgang
Betroffen von der steigenden Arbeitslosigkeit sind fast alle Branchen. Besonders deutlich stieg sie im Handel (+274 Personen), im Gesundheits- und Sozialwesen (+187 Personen), aber auch in der öffentlichen Verwaltung (+107 Personen) und im Bauwesen (+101 Personen). Nur eine Branche verzeichnet Rückgänge: In der Beherbergung und Gastronomie (-230 Personen) liegt die Arbeitslosigkeit hingegen unter dem Niveau des Vorjahres. Wesentlicher Grund dafür ist der frühe Saisonstart durch den Neuschnee.
Deutlich mehr Langzeitarbeitslose
Aktuell sind in Tirol 2135 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, sind also länger als sechs Monate ohne einen Job. Der Anstieg beträgt rund 13 Prozent oder 245 Personen gegenüber dem Vorjahr. Warum sind Menschen besonders lange arbeitslos? Häufigster Grund sind gesundheitliche Einschränkungen. Laut AMS betrifft das mehr als 56 Prozent. Weitere Gründe: Mehr als die Hälfte verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss (50,8%) und fast ebenso viele sind älter als 50 Jahre (49,6%).
Höherqualifizierung ist Mittel gegen Arbeitslosigkeit
Ende November hatten 40,2 Prozent der vorgemerkten Arbeitslosen maximal einen Pflichtschulabschluss. Diese Personen arbeiteten hauptsächlich in Hilfsberufen und besitzen weder einen Lehrabschluss noch eine höhere Schulbildung. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss betrug zuletzt 13,8 Prozent. Bei Personen mit abgeschlossener Lehrausbildung lag dieser Wert bei 5,3 Prozent und bei Akademikern bei 2,3 Prozent.
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