Wiener Entdeckung

Neue Hoffnung im Kampf gegen aggressiven Blutkrebs

Gesund
28.11.2025 10:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wiener Forscher haben im Kampf gegen aggressiven Blutkrebs (Leukämie) eine neue Entdeckung gemacht. Im Mittelpunkt steht dabei das Protein „Spop“.

Eine aggressive Blutkrebsart wird oft von missratenen Eiweißstoffen ausgelöst, die wie Greifen und Basilisken gleichsam Mischwesen sind. Es gibt aber einen fähigen Helden namens „Spop“, der gegen sie ankämpft, wie Wiener Forschende herausfanden.

Krebsfördernde Eiweißstoffe werden unschädlich gemacht
Er hängt ihnen Fähnchen um, die den zellulären Müllschlucker auf den Plan rufen. Jener entsorgt die krebsfördernden Eiweißstoffe (Onkoproteine) und macht sie damit unschädlich, wie das Team im Fachblatt „Cell Reports“ erklärt.

Das passiert bei aggressiver Blutkrebsform
So wie es in Sagen Chimären-Monster wie Greifen mit Adlerkopf und Flügeln auf einem Löwenkörper oder Basilisken mit Hahnenkopf und Schlangenkörper gibt, treiben in Blutzellen manchmal Chimären-Eiweißstoffe ihr Unwesen. Sie entstehen, wenn Teile ihrer Bauanleitungen (Gene) miteinander verschmolzen werden. Bei einer sehr aggressiven Blutkrebsform namens „akute myeloische Leukämie (AML)“ passiert das oft mit dem „Kopf“ des Eiweißstoffes NUP98, der normalerweise im zellulären Transportwesen beschäftigt ist, und dem „Schwanz“ von Wachstumsfaktoren. Solche Chimären-Eiweißstoffe bringen Blut-Vorläuferzellen zum Wuchern. Diese verdrängen gesunde Blutzellen und verringern dadurch die Sauerstoffversorgung, Immunabwehr und das Stillen von Blutungen dramatisch.

Chimären werden markiert und umgehend entsorgt
Der Wiener Krebsforscher Florian Grebien – er ist an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, an der St. Anna Kinderkrebsforschung (CCRI) und am Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien tätig – hat mit Kolleginnen und Kollegen aber einen unscheinbaren Helden gefunden, der solche Monster einfach dem zellulären Müllschlucker (Proteasom) zuweist. Er heißt „Spop“ und sorgt schlicht dafür, dass die bösartigen NUP98-Chimären ein kleines Fähnchen (in Form des Ubiquitin-Moleküls) angehängt bekommen. Daraufhin sieht sich das Proteasom dafür zuständig und recycelt sie.

Synthetisches PROTAC-Molekül kommt zum Einsatz
In Zellen ohne „Spop“ wüten laut der Fachpublikation häufiger NUP98-Chimären. Das zeigt, dass der Held in gesunden Zellen normalerweise daueraktiv ist, um die Menschen vor Blutkrebs zu bewahren. Die Forscher entwickelten auch eine Strategie, um ihm die Sache einfacher zu machen. Sie stellten ihm einen Späher zur Seite, nämlich ein synthetisches „PROTAC“-Molekül, das ihn zu den Chimären führt. Dadurch konnten sie samt und sonders vernichtet werden, und die Krebszellen begingen kontrollierten Selbstmord (Apoptose). Nun könne man sich daran machen, Therapien mit solchen PROTACs zu entwickeln, erklären sie in einer Aussendung.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt