Wenn sich das Land in ein Mosaik aus bunten Farben verwandelt, wenn Nebelfahnen über den Wiesen tanzen und das Licht weicher wird, beginnt jene Zeit, in der die Natur ihr schönstes Kleid trägt – und uns gleichzeitig daran erinnert, dass Schönheit auch Schutz braucht.
Zwischen Rascheln und Stille liegt jetzt die Natur vor uns. Der Wald atmet jetzt langsamer. Unter den Füßen raschelt Laub, Rehe ziehen leise durch das Unterholz, und irgendwo tropft Tau von einem Ast. Doch so friedlich diese Kulisse scheint, so empfindlich ist sie. „Natur nützen heißt, sie zu verstehen“, mahnt Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe, aus Haag im Bezirk Amstetten.
Rund 80 Prozent der österreichischen Wälder gehören übrigens Privatpersonen – 145.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer tragen Verantwortung für das, was uns alle atmen lässt. ,Ihre Arbeit sorgt nicht nur für Holz, Wärme und Arbeitsplätze, sondern auch für stille Momente im Grünen, die wir leider allzu oft als selbstverständlich nehmen’, mahnt denn auch Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl.
Der Wald arbeitet im Stillen weiter
„Spaziergänger und Wanderer sind willkommen – aber der Wald ist dennoch kein Abenteuerspielplatz“, sagt Mylius. Denn während wir staunen, wird hier gearbeitet: Holz geschlägert, Wege gepflegt, Lebensräume erhalten. Gerade im Herbst, wenn das Farbenspiel lockt, ist Rücksicht das schönste Zeichen von Naturverstand.
Jeder Waldbesuch bedeutet für die Besucher Verantwortung und fordert Naturverstand.

Konrad Mylius, Verbandsobmann Bundesforste
Bild: Imre Antal
Waldeigentümer Markus Hoyos zu Horn beschreibt es poetisch: „Die Bäume ziehen sich zurück, sie speichern Kraft für den Winter. Auch das Wild sucht Ruhe. Wenn wir zu laut sind, stören wir ein fein abgestimmtes Orchester.“ Sein Tipp: Mit der Zeitumstellung wird es früher dunkel – ein guter Grund, Wanderungen und Spaziergänge so zu planen, dass Mensch und Tier ihre Wege nicht kreuzen müssen.
Wenn Rehe die Straße suchen
Mit dem Einbruch der Dämmerung steigt auch die Gefahr auf den Straßen: Rehe und Wildschweine überqueren Wege, um neue Futterplätze zu erreichen. „Gerade jetzt heißt es: Fuß vom Gas, Augen auf“, erinnert Hoyos – eine kleine Geste mit großer Wirkung.
Wer den Herbst mit Naturverstand genießt, schützt mehr, als er ahnt. Ein paar einfache Grundsätze genügen:
So bleibt der Wald, was er ist – ein Ort zum Aufatmen, Nachdenken und Staunen. Und vielleicht ist das die schönste Lektion dieses Herbstes: Wer der Natur zuhört, hört auch sich selbst wieder besser.
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