Die blinde Steirerin Susanne Buchner-Sabathy unterstützt über den Hospizverein Menschen, die ihren letzten Weg gehen müssen: „Ich kann zuhören. Ich kann fragen. Manchmal sind die Fragen wichtiger als die Antworten.“
Kein Außenstehender kann nachvollziehen, wie es ist, wenn man ultimativ weiß, dass man nicht mehr viel Lebenszeit hat. „In jedem Fall ist es ganz schwierig“, sagt Susanne Buchner-Sabathy. „Doch wenn Betroffene sehen, dass ich blind bin, also selbst in einer schwierigen Situation, öffnet mir das oft Türen für die Begleitung.“
Denn die gebürtige Fürstenfelderin, Ehrenamtliche beim Hospizverein, ist im Laufe ihres Lebens durch eine genetische Erkrankung erblindet. Als Kind konnte sie noch mittels Lupe Lesen und Schreiben lernen, die Schule besuchen, später studieren – mit 40 war es aber schlagartig dunkel. Für sie eine zunächst entsetzliche Situation. „Ich bin in einen tiefen Abgrund gefallen.“ Aus dem sie aber mit ganz viel Stärke wieder herauskam.
Denn diese Frau hat eine unglaubliche Ausstrahlung, immense innere Ausgeglichenheit, ruht fühlbar in ihrer Mitte. Sie machte Ausbildungen, lernte Blindenschrift, legte sich einen Braille-Laptop zu – und fährt heute sogar selbstständig mit dem Bus. „Ich brauche aber viel Hilfe. Und ich habe erst lernen müssen, Hilfe anzunehmen.“
Ich habe beim Zuhören die wertvolle Erfahrung gemacht: Bis zum letzten Augenblick ist es möglich, etwas zu verändern. Und sich selbst zu lieben. . .
Hospizbegleiterin Susanne Buchner-Sabathy
Fragen nach dem Wohin nach dem Tod, die hört sie öfters von ihren Schützlingen. „Aber oft ist es auch die Frage nach Aussöhnung. Nicht einmal nur mit anderen Menschen. Sondern auch mit sich selbst“
Die Begleiter für den Hospizverein hören einfach zu, sind da. Ich versuche aber auch, letzte Wünsche, wie die Übermittlung eines Briefs, zu erfüllen.
Susanne Buchner-Sabathy
Wie nimmt sie Ängste vor dem Tod, die es sicher gibt? „Indem ich mich hineinspüre. Oft hilft es schon, dass jemand da ist und zuhört. Und das außerhalb der Familie! Denn diese möchte man oft nicht mit seinen Ängsten vor dem Tod belasten.“
Alle Informationen: hospiz-stmk.at
Susanne Buchner-Sabathy würde sich wünschen, dass noch mehr Betroffene dem Angebot des Hospizvereines zur Begleitung nachkommen würden. Denn sie will, wie ihre Kollegen, helfen, beistehen, dasein.
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