Während Olympiafeier
Betrunkener sorgt für Terrorangst in Flugzeug
Nach der Landung auf dem Sabiha-Gökcen-Flughafen im asiatischen Teil Istanbuls mussten die Passagiere noch stundenlang an Bord bleiben. Laut dem ukrainischen Außenministerium war der Täter, der an Bord auch damit gedroht hatte, eine Bombe zu zünden, stark angetrunken. Beim vergeblichen Versuch, ins Cockpit einzudringen, soll er "Wir fliegen nach Sotschi!" gerufen haben.
Kampfjets und Spezialeinheit
Der Pilot der Passagiermaschine hatte während des Fluges ein Notsignal abgesetzt und einen Entführungsversuch gemeldet. Die türkische Luftwaffe ließ daraufhin Kampfjets aufsteigen, die die Maschine der Gesellschaft Pegasus bis zur Landung eskortierten. Eine Spezialeinheit der Polizei nahm den 45-jährigen Täter, der entgegen seiner Bombendrohung unbewaffnet war, schließlich in Gewahrsam. Der Flugbetrieb wurde am Abend nach einer Unterbrechung fortgesetzt.
Am Samstag wurde bekannt, dass die Polizei in der Ukraine gegen den verhinderten Entführer Ermittlungen eingeleitet hat. Ihm werden "die Drohung mit einem Terrorakt und der Versuch zur Entführung eines Flugzeugs" vorgeworfen. Darauf stehen in der Ukraine bis zu zehn Jahre Haft.
Putin und Janukowitsch "haben Blut an den Händen"
Die Tat könnte entgegen ersten Annahmen doch einen politischen Hintergrund haben: Der Mann habe gefordert, das Flugzeug nach Sotschi umzuleiten, wo sich der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Amtskollege Viktor Janukowitsch aufhielten, die laut Aussagen des Festgenommenen "Blut an den Händen haben", so der Ermittlungsleiter.
Der Täter habe "die Freilassung aller Geiseln in der Ukraine" gefordert, sonst würde er das Flugzeug in die Luft sprengen, hieß es weiter. Die ukrainische Opposition bezeichnet die während der monatelangen Proteste gegen den Staatschef festgenommenen Demonstranten als "Geiseln".
In Sotschi lief während des dramatischen Zwischenfalls die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele (siehe Infobox).













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