Verhandlungen starten

Solidarbeitrag als Rezept gegen akuten Ärztemangel

Innenpolitik
13.10.2025 17:03

Immer mehr angehende Mediziner sollen nach dem Medizinstudium verpflichtend im öffentlichen Gesundheitssystem Österreichs arbeiten. Aktuell gibt es für fünf Prozent der Studenten bereits 1000 Euro samt inkludierter Jobgarantie. Ab Dienstag wird darüber verhandelt, die Quote von fünf Prozent zu erhöhen. 

Mit einem alten Vorschlag als Rezept für den Kampf gegen den so akuten Ärztemangel ließ am Wochenende bekanntlich SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler aufhorchen. Er forderte einen Solidarbeitrag angehender Ärzte, die sich nach dem Abschluss des Studiums für eine gewisse Zeit lang verpflichten sollen, im öffentlichen Gesundheitssystem zu arbeiten. 

Babler appelliert an Gerechtigkeit
„Wenn wir als Gesellschaft jungen Menschen ein kostenfreies Medizinstudium ermöglichen, wenn wir ihnen jahrelang eine Ausbildung finanzieren, die von Steuergeld bezahlt wird, dann ist es nur gerecht, dass sie nach dem Studium auch eine Zeit lang im öffentlichen Gesundheitssystem arbeiten. Nicht als Strafe. Sondern als Beitrag, als Teil eines fairen Gesellschaftsvertrags“, meinte Babler am Landesparteitag seiner Genossen in Vorarlberg.

So läuft es bislang
Ein gesundheitspolitisches Rezept, das sich im kleinen Rahmen jüngst bereits bewährt hat. Aktuell fördert der Staat fünf Prozent der angehenden Ärzte während des Studiums mit einem Beitrag von 1000 Euro pro Monat sowie einer Jobgarantie im Anschluss, wenn sie im Anschluss an das Studium mindestens fünf Jahre lang im öffentlichen System arbeiten.

Quote, Dauer und „Bonus“ verhandelbar
Nun soll die Quote erhöht – und dabei auch über die 1000 Euro pro Monat und die verpflichtende Dauer von mindestens fünf Jahren neu diskutiert werden. SPÖ-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner will jetzt Gespräche mit allen Verantwortlichen führen. Bereits am Dienstag ist ein Treffen mit der Österreichischen Hochschülerschaft geplant.

Nächste Woche werden die ÖGK und die Länder mit ins Boot geholt, folglich dann auch noch die Rektoren der Universitäten. „Jetzt zählt, dass wir alle Stimmen hören, ordentlich diskutieren und gemeinsam die beste Lösung finden. Für ein starkes öffentliches Gesundheitssystem, das auf Solidarität baut und engagierte Nachwuchsmediziner stärkt“, so Holzleitner.

Zitat Icon

Am Ende zählt, dass alle Menschen in Österreich die Versorgung bekommen, die sie brauchen.

Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig

Zustimmung gibt es bereits aus der eigenen Partei. Die für Gesundheit zuständige Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig erklärt der „Krone“:„Wir halten diesen Ansatz für grundrichtig. Junge Menschen brauchen Chancen im solidarischen System.“

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