Das ist bitter! Raphael Pallitsch verfehlte bei der WM in Tokio als Achter seines 1500-m-Semifinales in 3:36,94 um nur eine Hundertstel das Finale. Denn in seinem Heat stieg der Brite Neil Gourley mit 3:36,93 als Sechster in den Endlauf auf. „Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich muss es mir auch selbst vorwerfen, vielleicht hätte ich nicht so lange mit dem Spurt warten sollen!“ Aber das war im Nachhinein müßig ...
Zuvor aber hatte Enzo Diessl über 110 m Hürden vor 57.000 Zuschauern im Japan National Stadium das Semifinale am Dienstagabend erreicht. Der Steirer wurde im fünften Vorlauf mit 13,37 Sekunden Fünfter. Damit verpasste er zwar den Direktaufstieg in die nächste Runde um einen Platz, aber als Bester der weiteren Zeitschnellsten kam er als 21. ins Semifinale. Bislang hatte Elmar Lichtenegger als einziger Österreicher bei einer WM das Halbfinale im Hürdensprint erreicht (1999, 2001, 2005).
Mit seinem Lauf selbst war Enzo Diessl aber alles andere als zufrieden. „Ich hatte mir schon eine bessere Zeit erhofft, aber man muss das auch relativieren, der Start war zwar gut, aber an der dritten und vierten Hürde hatte ich schon einige Probleme. So bin ich nicht ganz hingekommen.“ Jetzt hofft er, dass er im Semifinale ein besseres Rennen zeigen kann. Aber die Hauptsache war natürlich die Qualifikation für die nächste Runde – und das gleich bei seiner ersten WM!
Wenig später nach Diessl dann die Dramatik um Raphael Pallitsch! Wie zuletzt immer, so war er auch in seinem Semifinale lange verhaltend an letzter Stelle gelaufen. Die Taktik schien wieder einmal aufzugehen. „Ich hatte damit genug Energie gespart!“
Hört Pallitsch auf?
Aber als er 200 m vor dem Ziel angreifen wollte, war einfach kein Durchkommen. „Alles war zu!“ Innen war es für ihn versperrt, auch außen. Schließlich versuchte er es, recht weit draußen zulaufen (ähnlich wie bei seinem tollen Lauf im EM-Finale 2024). Als er dann auf der Zielgeraden an die Spitze heranflog, fehlte ihm schließlich ein Tick für das Finale. Eine Tausendstel. „Vielleicht“, so dachte er kurz, „hätte ich schon meinen Spurt 500 m vor dem Ziel anziehen sollen.“ Er war nämlich vom Aufstieg ins Finale überzeugt: „Denn ich bin in der Form meines Lebens!“
Aber ob es noch ein Weitermachen nach dieser Saison gibt, ließ der 35-Jährige in Tokio offen. „Ich überlege die nächsten sechs Wochen, ob es noch einen Sinn ergibt.“ Die Entscheidung ist auch davon abhängig, ob er endlich eine gesicherte finanzielle Unterstützung erhält …
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