In Kärnten wächst der Unmut unter den Kassenärzten. Immer lauter wird der Ruf nach mehr Fairness bei Honoraren und besseren Rahmenbedingungen. „Wir Kärntner Ärztinnen und Ärzte bekommen österreichweit die geringsten Honorare, obwohl wir Tag für Tag Spitzenmedizin leisten“, erklärt Dr. Michael Obmann, seit 11 Jahren Kassenarzt.
Hinter jedem Kassenarzt steht eine jahrelange Ausbildung: fünf bis sechs Jahre Studium, mindestens drei Jahre praktische Ausbildung sowie laufende Fortbildungen. Doch trotz dieser Qualifikation und Verantwortung bleiben die Honorare auf einem Niveau, das kaum Wertschätzung erkennen lässt.
„Wir erbringen in unseren Ordinationen, im Bereitschafts- und Notarztdienst 24 Stunden – 365 Tage Spitzenmedizin, dennoch passen die von der Politik geschaffenen Rahmenbedingungen nicht.“
Dr. Michael Obmann, seit 11 Jahren Kassenarzt
Bild: Johannes Puch
Er fordert außerdem mehr Transparenz: „Wir müssen uns für unser Einkommen nicht schämen. Wenn über diesen Aspekt gesprochen wird, sollten auch unsere Verhandler und die zuständigen Politikerinnen und Politiker ihre Gehälter offenlegen. Transparenz schafft Fairness.“
Politik in der Pflicht
Obmann stellt klar: „Ich bin gerne Kassenarzt, mich stört nicht die Arbeitslast und auch nicht die ÖGK – mich stört, dass die von der Politik geschaffenen Rahmenbedingungen schlicht nicht passen.“
Während gleiche Sozialversicherungsbeiträge und gleiche medizinische Leistungen selbstverständlich seien, hinken die ärztlichen Honorare weit hinterher. „Wir erbringen für unsere Patientinnen und Patienten qualitativ hochwertige Medizin und wollen dafür auch fair bezahlt werden – so wie es unserer Ausbildung und Verantwortung entspricht“, so Obmann abschließend.