25.12.2013 20:02 |

Nach Begnadigung

Moskau: Chodorkowski-Urteile werden überprüft

Der oberste russische Gerichtshof hat angekündigt, zwei gegen den Regierungskritiker Michail Chodorkowski verhängte Urteile zu überprüfen. Die Prüfung der Fälle aus den Jahren 2005 und 2010 im Zusammenhang mit Chodorkowskis Rolle bei dessen inzwischen aufgelöstem Ölkonzern Yukos werde in den kommenden zwei Monaten erfolgen, teilte ein Sprecher des Gerichts am Mittwoch mit. Damit könnten Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, die Chodorkowski nach eigenen Worten daran hindern, trotz seiner Begnadigung durch Präsident Wladimir Putin in die Heimat zurückzukehren.
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Der frühere Ölmagnat war am Freitag überraschend nach zehnjähriger Haft freigelassen worden und hält sich derzeit in Berlin auf. Er will im neuen Jahr in die Schweiz ausreisen, wo seine Frau Inna mit den gemeinsamen 14-jährigen Zwillingen lebt. Mit ihnen und dem Sohn Pawel aus erster Ehe verbringt er die Weihnachtsfeiertage in Berlin.

380 Millionen Euro an Steuerschulden zu begleichen
Die russische Regierung hat Chodorkowski zwar zugesichert, dieser könne jederzeit nach Russland zurückkehren. Der Putin-Kritiker erklärte jedoch, es gebe keine Garantien, dass er anschließend das Land auch wieder verlassen dürfe. Er werde nicht heimkehren, solange ein Gerichtsentscheid Gültigkeit habe, demzufolge er umgerechnet 380 Millionen Euro an Steuerschulden zu begleichen habe. Der russischen Zeitung "Kommersant" sagte er, er begrüße die jetzt zugesicherten Überprüfungen. Zugleich hoffe er, dass diese auch zur Freilassung seines ehemaligen Geschäftspartners Platon Lebedew führen würden.

Pussy-Riot-Aktivistinnen hoffen auf Zusammenarbeit
Indes sehen die beiden aus dem Straflager entlassenen Frauen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot in Chodorkowski einen Verbündeten für ihren Kampf für die Menschenrechte. "Es wäre für uns eine große Ehre, wenn wir Schnittpunkte in der Menschenrechtsarbeit fänden", schrieben die Aktivistinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Alechina am Mittwoch in einem Brief an Chodorkowski. Dieser hatte sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Freilassung mit Kritik an Kremlchef Wladimir Putin zurückgehalten, während Tolokonnikowa und Alechina dessen autoritäres Regime massiv angriffen.

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