Befragt zum Motiv, schluckte der als untadelig und ehrgeizig geltende Familienvater aus Altmünster: „Vor der Verhandlung sag´ ich nichts dazu.“ Außerdem sei die mutmaßliche Schadenssumme viel zu hoch: „Das kommt ja nur von den Angaben der Leute. Da steht Aussage gegen Aussage.“ Genau diese Angaben prüft jetzt das Büro für interne Angelegenheiten, Akt für Akt wird unter die Lupe genommen.
Der Exekutor (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) soll bei bis zu zehn Fällen gepfändete Gelder nur teilweise dem Amt abgeliefert haben. „Wenn sich der Verdacht bestätigt, werden die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft übergeben, intern leitet man ein Disziplinarverfahren ein. Da geht es vom Verweis über Geldstrafen bis zur Entlassung. Denn bei schweren Dienstverfehlungen schützt der Beamtenstatus nicht“, erklärt Finanz-Sprecherin Dr. Brigitte Stadler-Ruzicka.
Erster Skandal vor 13 Jahren
Fürs Gmundner Finanzamt ist es bereits der zweite Skandal. Vor 13 Jahren war aufgeflogen, dass zwei Beamte für Firmen neun Jahre lang die Steuererklärungen um fast 40 Millionen Schilling „im Pfusch“ geschönt haben sollen. 13 Angeklagte standen schließlich vor Gericht, die Finanzer wurden zu Gefängnis- und Millionen-Schilling-Strafen verurteilt. Auch einige „Kunden“, deren frisierte Akte die korrupten Finanzer dann selbst geprüft hatten, wurden verurteilt.
Foto: Erich Petschenig









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