Kinder "wie Juden"
Empörung über Berlusconis Hitler-Vergleich
Linksparteien und die jüdische Gemeinde übten heftige Kritik an Berlusconi. Der Vergleich sei "unangebracht, unbegreiflich und beleidigend für diejenigen, die nach unsagbarem Leid jegliches Recht und auch das eigene Leben verloren haben", beklagte der Präsident der jüdischen Gemeinden in Italien, Renzo Gattegna.
Linkspolitiker: "Vergleich ist unannehmbar"
"Berlusconi zeigt eine obszöne Respektlosigkeit gegenüber den Juden unter Hitlers Regime. Seine Kinder sollten sagen, ob sie wirklich so denken, wie ihr Vater behauptet. Keine Person mit Verantwortungsbewusstsein sollte einen Vergleich dieser Art wagen", kritisierte auch der Parlamentarier der Demokratischen Partei (PD), Edoardo Patriarca. "Berlusconis Vergleich ist unannehmbar: Er ist kein Verfolgter, sondern untersteht wie alle Italiener dem Rechtsstaat", meinte der Mitte-links-Politiker Alessandro Zan. Der Mitte-rechts-Chef sollte sich daher bei der jüdischen Gemeinschaft entschuldigen.
Rückendeckung aus der eigenen Partei
Rückendeckung erhielt Berlusconi von Mitgliedern seiner Mitte-rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL). "Die Reaktion der Linken angesichts des Gemütszustands Berlusconis ist übertrieben und wird für politische Zwecke instrumentalisiert. Die Linke überprüft jedes Wort Berlusconis, um daraus einen Skandal zu machen", betonte der PdL-Parlamentarier Luca D'Alessandro.
Berlusconi: "Alle sind gegen uns"
Berlusconi hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview erklärt, dass seine Kinder unter seiner Verurteilung sehr leiden würden. "Sie behaupten, sie begriffen jetzt, wie sich die jüdischen Familien in Deutschland unter Hitler gefühlt haben müssen. Alle sind gegen uns", so der Politiker.
Immer wieder Lob für Mussolini
Bereits im Jänner hatte Berlusconi Empörung in der jüdischen Gemeinschaft auslöst, nachdem er sich lobend über den italienischen Diktator Benito Mussolini geäußert hatte. Berlusconi hatte behauptet, dass Mussolini viele Dinge gut gemacht habe. Seine größte Schuld habe er mit den Rassengesetzen auf sich geladen. Italien trage nicht dieselbe Verantwortung wie Deutschland. Vor zehn Jahren wiederum hatte Berlusconi in einem Interview gesagt, Mussolini habe niemanden umgebracht.












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