„Auch länger möglich“

Selenskyj willigt in Waffenruhe über Ostern ein

Außenpolitik
19.04.2025 20:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Samstagabend einer beidseitigen Waffenruhe in der Ukraine zugestimmt. Diese könnte auch verlängert werden, schrieb er auf der Plattform X. Allerdings habe der russische Machthaber Wladimir Putin seine Ankündigung bereits gebrochen.

Wie berichtet, hat Putin am Samstagnachmittag eine Waffenruhe angekündigt und das mit Ostern begründet. Er rief die ukrainischen Streitkräfte auf, in diesem Zeitraum ebenfalls die Waffen niederzulegen. Zunächst klang es aber nicht so, als würde der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einer „österlichen“ Waffenruhe von Samstagnachmittag (17 Uhr MESZ) bis Sonntagnacht (23 Uhr MESZ) zustimmen.

„Was den neuen Versuch Putins betrifft, mit Menschenleben zu spielen, so erklingt gerade in vielen Teilen der Ukraine der Luftalarm. Shahed-Drohnen an unserem Himmel entlarven Putins wahre Einstellung zu Ostern und zu Menschenleben“, hatte der Präsident auf der Plattform X geschrieben.

Hier sehen Sie die Stellungnahme von Selenskyj:

„Sind auf alles vorbereitet“
Nun ergänzte er jedoch: „Falls die vollständige Feuerpause tatsächlich hält, schlägt die Ukraine eine Verlängerung über den 20. April hinaus vor. Das würde Russlands wahre Absichten zeigen – denn 30 Stunden reichen zwar für Schlagzeilen, nicht aber für echte vertrauensbildende Maßnahmen.“ Man werde sich an dem Verhalten der russischen Streitkräfte orientieren. „Wir wissen zu gut, wie Moskau manipuliert, wir sind auf alles vorbereitet.“ Russland sei immer zu Verhandlungen bereit gewesen, meldete hingegen die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS.

EU-Kommission: „Brauchen klare Taten“
Wie berichtet, äußerten sich auch viele ukrainische Politiker und Beobachter skeptisch. „Russland hat sich als Aggressor erwiesen. Wir müssen daher zunächst ein tatsächliches Ende der Aggression und klare Taten für eine dauerhafte Waffenruhe sehen“, kommentiere die EU-Kommission am Samstag. „Russland könnte diesen Krieg jederzeit beenden, wenn es wirklich wollte. Wir unterstützen die Ukraine weiterhin für einen langen, gerechten und umfassenden Frieden“, sagte Sprecherin Anitta Hipper.

Einige Stimmen werfen Putin vor, nur eine Atempause für die Streitkräfte oder die Gunst der Trump-Regierung zu wollen, da US-Präsident Donald Trump zuvor Kompromissbereitschaft beider Seiten gefordert hatte.

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