Die russische Armee hat laut eigenen Angaben mehr als 1100 Quadratkilometer im Gebiet Kursk zurückerobert. Zudem seien 430 ukrainische Soldatinnen und Soldaten gefangen genommen worden. Diese hätten sich „aktiv ergeben“, hieß es.
„Die ukrainischen Soldaten haben gesehen, dass es keinen Sinn ergibt, weiter zu kämpfen“, sagte der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow. Die ukrainischen Einheiten in dem Gebiet seien eingekesselt, ihre Pläne gescheitert. Die ukrainische Armeespitze deutete selbst einen Teilrückzug an. Das Militär war im August 2024 in dem russischen Gebiet Kursk eingerückt und hatte mindestens 1300 Quadratkilometer erobert. Inzwischen hätten die russischen Truppen mehr als 110 Quadratkilometer zurückerobert, hieß es.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat Kursk am Mittwoch erstmals seit dem ukrainischen Vordringen besucht. „Tatsächlich müssen wir den Feind, der sich in der Oblast Kursk verschanzt hat und hier immer noch Verteidigungsaktionen vornimmt, in kürzester Zeit endgültig besiegen“, sagte er. Die „systematische Zerstörung“ sei bereits „im Gange“, versicherte ihm Gerassimow.
Behandlung „wie Terroristen“
Die gefangen genommenen Soldatinnen und Soldaten sollten „(...) wie Terroristen behandelt“ werden. In den vergangenen Tagen startete das russische Militär eine großangelegte Fallschirmoffensive aus mehreren Richtungen, um die Versorgungslinien der Ukraine und mögliche Rückzugsrouten abzuschneiden.
„In der schwierigsten Situation war und ist es meine Priorität, das Leben der ukrainischen Soldaten zu retten“, sagte der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrskyj am Mittwoch. „Zu diesem Zweck begeben sich die Einheiten der Verteidigungskräfte, wenn nötig, in günstigere Positionen.“ Diese Formulierung wird normalerweise verwendet, um einen Rückzug zu verkünden.
Gleichzeitig betonte der Armeechef, dass die Truppen ihren Einsatz „so lange wie angemessen und nötig“ fortsetzen würden. So würden etwa die Kämpfe am Stadtrand von Sudscha in Kursk anhalten. Das russische Militär gab an, fünf Dörfer in der Gegend zurückerobert zu haben. Sudscha ist die wichtigste Position der ukrainischen Armee in der Region.
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