In Sackerl gesteckt

Luchs-Mama und Baby getötet und in Fluss versenkt

Eng umschlungen noch im Tod - so wurden ein getötetes Luchsbaby und seine Mama in ein Plastiksackerl gesteckt. Ein Unbekannter hatte die seltenen Tiere - mit Steinen beschwert - in der Ysper im Bezirk Melk in Niederösterreich entsorgt. Dort wurden die scheuen Waldkatzen nach einem Hinweis von der Polizei entdeckt.

"Wer kann nur so grausam sein", fragt sich Umweltdachverbandpräsident Gerhard Heilingbrunner erschüttert. Die Tötung der Tiere macht ihn besonders betroffen - das Yspertal ist seine Heimat.

Bestürzung und Trauer sind auch beim WWF groß. Denn die edlen Luchse sind vom Aussterben bedroht. Der Mord an dem hilflosen Kleinen und seiner Mutter gilt daher auch als herber Rückschlag für die Bemühungen, Luchse wieder heimisch zu machen. Ob die Waldkatzen erschossen, vergiftet oder gar mit brutaler Gewalt erschlagen wurden, ist unklar.

Kadaver in Tierkörperverwertung entsorgt
Umweltschützer fordern eine rasche Aufklärung des Öko-Verbrechens durch die Polizei. Erschwert werden die Ermittlungen jedoch, weil die Kadaver bald nach der Bergung aus dem Wasser des Bootshafens - dort also, wo die Ysper in die Donau mündet - in der Tierkörperverwertung entsorgt wurden. "Statt einer gründlichen Untersuchung der Umstände wurden die Luchse einfach wie Müll entsorgt", so WWF-Luchsexpertin Christina Reisenbichler verärgert.

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Donnerstag, 09. April 2020
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