Mit der Angelobung der neuen Bundesregierung ist auch eine Reihe von Amtsübergaben eingeläutet worden. Den Auftakt gab es im Bundeskanzleramt. Dort übergab Interims-Kanzler Alexander Schallenberg an ÖVP-Chef Christian Stocker.
„Willkommen in deinem neuen Haus, in deinem Zuhause“, begrüßte Schallenberg Stocker am frühen Montagnachmittag. Als er die Geschäfte des Bundeskanzlers vor rund zwei Monaten übernommen hatte, habe sich „keiner ausmalen können, dass die Übergabe so freundschaftlich“ ausfallen würde. „Die Beamtenschaft wird dich mit offenen Armen empfangen“, so Schallenberg, Stocker werde ein „tolles Team“ vorfinden im „Motor der Republik Österreich“.
Schallenberg: „Es ist ein gutes Gefühl“
Es freue ihn, dass es eine „starke proeuropäische Regierung mit dir an der Spitze gebe“, die klar zu verstehen gibt, dass „Luken dichtmachen“ keine Option sei, sondern dass internationales Engagement gerade in einer Phase, „wo viel auf dem Spiel“ stehe, wichtig sei. „Es ist ein gutes Gefühl, dieses Amt dir übergeben zu dürfen“, so der Ex-Kanzler zu seinem Nachfolger.
Er selbst werde nun „das Spielfeld verlassen, aber das rot-weiß-rote Trikot sicher nicht ausziehen“, ließ der scheidende Übergangskanzler und Außenminister. Stocker bedankte sich für „diese sehr herzlichen und wertschätzenden Worte und den freundlichen Empfang im Bundeskanzleramt“. Auch dankte er Schallenberg für dessen Dienste an der Republik: „Du hast das auf deine ganz besondere Art gemacht und wir haben von dieser Art auch sehr profitiert“, wünschte er seinem Vorgänger für die Zukunft alles Gute.
Stocker will „Bundeskanzler für alle“ sein
An die Österreicherinnen und Österreicher gewandt, sagte der türkise Regierungschef, er sei sich der großen Verantwortung bewusst, die mit dem Amt einhergehe. „Ich habe den Anspruch, Bundeskanzler für alle zu sein, nicht nur für jene, die mich gewählt haben.“ Es gebe viel zu tun und er verspreche, der Verantwortung „gemeinsam, mit meinem Team, mit den Koalitionspartnern (...) mit großer Freude, aber auch großem Gestaltungswillen“ nachzukommen. „Es gibt viel zu tun.“
Kogler: „Schiachstes Gebäude Wiens“
Äußerst freundschaftlich fiel die Übergabe im Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) zwischen dem scheidenden Minister Werner Kogler (Grüne) und seinem Nachfolger Andreas Babler (SPÖ) aus. „Lieber Andi, an sich ist das eines der schiachsten Gebäude Wiens“, sagte Kogler. Dafür sei es aber einer der „schönsten Jobs“ gewesen, er freue sich besonders, dass Babler übernehme. Zudem versprach der Politiker, im Parlament eine konstruktive Opposition sein zu wollen.
Schallenberg und Meinl-Reisinger übergaben sich Geschenke
Die neue Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hat ihrem Vorgänger Alexander Schallenberg ein Fußballtrikot mit der Rückennummer 8 überreicht. Dieser revanchierte sich mit einem Trolley, der einer „der wichtigsten Utensilien des Außenministers“ sei. Er sei „nur einen Anruf entfernt“, falls Meinl-Reisinger Unterstützung brauche.
Der neue Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) absolvierte bereits seinen ersten Termin in der Funktion – und zwar ging es in einen Kindergarten der St. Nikolausstiftung in Wien.
Nach einem Findungsprozess von 155 Tagen ist die neue Bundesregierung nun unter Dach und Fach.
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