22.07.2013 10:50 |

Führung ausgebaut

Rookie Marc Marquez mischt die MotoGP-Szene auf

Marc Marquez hat am Sonntag mit seinem Sieg beim GP der USA ein weiteres Kapitel für die Geschichtsbücher der Motorrad-WM geschrieben. Der Spanier ist der erste Rookie, der in Laguna Seca gewinnen konnte. Der Honda-Pilot siegte vor seinem deutschen Markenkollegen Stefan Bradl und dem neunfachen italienischen Weltmeister Valentino Rossi (Yamaha) und ist nun auch WM-Favorit in der Königsklasse MotoGP.

Marquez löste am 21. April in Austin bei seinem Debüt-Sieg in der MotoGP Freddie Spencer als jüngster Sieger in der Königsklasse ab. Jetzt ist der Spanier der erste Pilot, der auf der schwierigen 3,610 Kilometer langen Piste in Kalifornien als Neuling gesiegt hat. "Ich bin einfach nur happy", sagte Marquez nach seinem schon 29. Sieg (zehn in der 125er-Klasse, 16 in der Moto2-Klasse, drei in der Moto-GP-Klasse) in 85 WM-Rennen.

Damit hat der erst 20-Jährige schon Superstars wie Spencer, Kenny Roberts, Kevin Schwantz oder Barry Sheen überholt. Auf die Frage, ob er nun den WM-Titel für realistisch halte, sagte Marquez: "Die WM dauert noch so lange, da kann sehr viel passieren."

Klare WM-Führung für Marquez
Nach seinen bisher acht Podestplätzen in neun Rennen mit drei Siegen und einem Ausfall in Mugello (Sturz), liegt der Nachfolger von Casey Stoner im Honda-Werksteam in der WM mit 163 Punkten klar vor seinem Teamkollegen Dani Pedrosa (147) und Weltmeister Jorge Lorenzo (137). Seine beiden spanischen Landsleute, die wegen Schlüsselbein-Verletzungen vor einer Woche auf den GP Deutschland verzichten mussten, zeigten mit den Rängen fünf und sechs tapfere Comeback-Leistungen.

Marquez hat in Laguna Seca nach 18 von 32 Runden die Führung übernommen. Zuerst drängte er sich mit einem waghalsigen Manöver an Valentino Rossi vorbei, ehe er sich Poleposition-Mann Bradl schnappte. Bradl feierte trotzdem: Der 23-Jährige ist der erste Deutsche, der in der Königsklasse die Poleposition eroberte. Er sorgte auch für den ersten Podestplatz eines Deutschen seit Dieter Braun 1974. Nicht mitgezählt ist das Rennen von 1989 in Misano, als praktisch alle Werkspiloten streikten und Michi Rudroff Dritter wurde.

Für die US-amerikanischen Fans gab es bei ihrem Heim-GP eine Enttäuschung: Mit Nicky Hayden, Weltmeister von 2006, klassierte sich der beste US-Amerikaner auf Rang acht. Damit warten die US-Fans seit dem zweiten Rang von Ben Spies in Valencia 2011 und 27 Rennen auf einen Podestplatz. Eine so lange Durststrecke haben die US-Amerikaner in der Königsklasse seit 1999 nicht mehr erlebt.

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