Wien zeigt wieder seine romantische Seite – weil der Valentinstag heuer auf den Freitag und damit den Wochenendbeginn fällt, mit diesmal besonders vielen Angeboten. Wie eine aktuelle Wiener Umfrage zeigt, sollte der Tag mit Bedacht geplant werden, denn Geschenke verärgern offenbar auch viele.
Zum 14. Februar seine Gefühle zu zeigen, wird in Wien immer populärer: 56 Prozent aller Menschen in der Stadt wollen laut einer Umfrage der Wiener Wirtschaft an diesem Tag die Liebe feiern: 87 Prozent aller feiernden Männer wollen heuer zum Valentinstag Geschenke kaufen, Tendenz steigend – zum Unterschied von nur 57 Prozent der Frauen, Tendenz sinkend. Aber vielleicht planen diese Frauen ja ein gemeinsames Erlebnis statt eines gekauften Geschenks, denn dafür gibt es immer mehr Angebote.
Sternderlschauen und mehr
Von luxuriös bis gratis, von romantisch-ruhig bis aufgekratzt-erotisch reicht das Angebot, und der Andrang ist offenbar groß. Einige Veranstaltungen sind bereits ausreserviert, etwa das gemeinsame „Sternderlschauen“ im Planetarium im Prater. Den Nachthimmel über Wien kann auch im Donauturm erleben, der am Valentinstag ganz den Liebenden vorbehalten ist. Auch hier ist das mehrgängige Event-Dinner im Restaurant schon ausreserviert, für das Abendbuffet im Café (149 € pro Person) gibt es aber noch wenige Plätze.
Das nächtliche Wien auf Augenhöhe kann man bei einer abendlichen Fahrt mit viergängigem Menü auf der MS Admiral Tegetthoff unter dem Motto „Liebeszauber auf der Donau“ erleben. Einen ganzen Tag nicht nur am, sondern auch im Wasser bietet die Therme Wien mit einem eigens gewidmeten Tagesurlaub für Paare. Geht sich das am Freitag nicht aus, bietet sich auch ein Gutschein für gemeinsame Zeit irgendwann einmal später an. Die Wien-Holding bietet auch für zahlreiche Veranstaltungen bis in den Herbst Paar-Rabatte, wenn man zwischen 10. und 14. Februar bucht.
Die „Hauptstadt des Sex“
Kulturell und gleichzeitig verrucht geht es im Urania-Vortragssaal zu: Die Wien-Museum-Kuratorin Michaela Lindinger untermauert dabei die Behauptung „Man könnte Wien als Hauptstadt des Sex bezeichnen“ mit zahlreichen Argumenten aus der Stadtgeschichte. Ebenso bietet das Mozart-Haus am Valentinstag um 16.30 Uhr eine Sonderführung über die „nächtlichen Abenteuer“ des Komponisten in der Stadt. Und, ganz gratis, aber dafür vermutlich mit einiger Wartezeit kann man auch heuer wieder vor Gustav Klimts berühmtem „Kuss“ im Belvedere heiße oder zarte Küsse austauschen und ein Profi-Fotoporträt davon mit nach Hause nehmen.
Laut der Umfrage der Wiener Wirtschaftskammer lohnt es sich aber auf jeden Fall vor der Planung des Valentinstags auf entsprechende Signale des oder der Liebsten zu achten, denn das Thema ist offenbar überraschend heikel: Die überwiegende Zahl erwartet zwar eine Geste der Liebe gerade an diesem Tag – 20 Prozent der Frauen sind demnach enttäuscht, wenn sie ausbleibt und 6 Prozent sogar sehr enttäuscht – , doch es gibt auch das Gegenteil: Sieben Prozent der Frauen wären demnach „erleichtert“, wenn sie nichts bekommen.
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