Di, 23. April 2019
25.06.2013 17:00

"Einmal passiert"

Nachhilfelehrer gesteht Missbrauch von Elfjähriger

Jener Wiener, der sich als Lehrer ausgab und ein Mädchen während der Lernstunden missbraucht haben soll, zeigte sich in der Einvernahme geständig. Er habe schon gewusst, dass sein Tun "falsch ist" und könne sich nicht erklären, wie das passieren habe können. Laut dem 40-Jährigen sei es "nur einmal passiert". Der Verdächtige dürfte das Mädchen sogar nur wenige Meter neben den Eltern missbraucht haben.

Der Vater jener Elfjährigen traute seinen Augen nicht, als er im Internet zufällig über eindeutige Chat-Unterhaltungen stolperte: Thomas H. (kl. Bild), der der Tochter regelmäßig Mathematik-Nachhilfe gab, tauschte sich im Netz mit dem Kind über sexuelle Handlungen aus.

Über zwei Monate hinweg soll sich der 40-Jährige an der jungen Schülerin sexuell vergangen haben. Und das nicht etwa in seinen eigenen vier Wänden in Wien-Favoriten: Der Alleinlebende machte Hausbesuche! Nicht selten waren die Eltern des Opfers sogar zu Hause, nur wenige Meter vom Zimmer der Elfjährigen entfernt.

40-Jähriger gab sich als Lehrer aus
Hinzu kommt, dass der 40-Jährige nicht einmal ein Lehrer ist. Er hatte sein Studium vorzeitig abgebrochen. Durch den Nachhilfeunterricht finanzierte der Arbeitslose über mehrere Jahre hinweg sein Leben.

In seiner Rolle als Lehrer dürfte der Verdächtige laut Pädagogin und Psychologin Elfriede Wegricht dann das Vertrauen des Mädchens gewonnen haben. "Vermutlich hat er ihm gesagt, dass die Handlungen normal sind - aber ein Geheimnis zwischen ihnen bleiben müssen. Oder aber er hat der Schülerin eingeredet, dass sie an allem schuld sei. Dann hat sie sich aus schlechtem Gewissen oder Scham nicht ihren Eltern anvertraut", so Wegricht.

Der Familie stehen laut der Expertin schwere Zeiten bevor: "Das Opfer ist traumatisiert und muss psychologisch betreut werden. Die Eltern dürfen ihm keine Vorwürfe machen und auf keinen Fall Entsetzen zeigen. Dann macht es komplett zu - es muss aber darüber sprechen."

Thomas H.: "Es ist nur einmal passiert"
Indes laufen die Ermittlungen gegen den 40-Jährigen auf Hochtouren. Die Polizei befürchtet, es könnte noch zahlreiche weitere Opfer geben. Thomas H. sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft und zeigte sich geständig - es sei allerdings "nur einmal passiert".

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