Für den einzigen Tagessieg sorgte Alexander Peya an der Seite des Brasilianers Bruno Soares im Doppel. Für die an der Church Road als Nummer drei gesetzten dreifachen Turniersieger des Jahres 2013 begann die Wimbledon-Kampagne 2013 damit nach Plan. Aus Einzel-Sicht ist vom ÖTV nach diesem "schwarzen Dienstag" aber nur noch Jürgen Melzer im Hauptbewerb mit dabei. Der Niederösterreicher hatte seine Partie schon am Montag gewonnen, er trifft am Mittwoch (dritte Partie nach 12.30 Uhr) in Runde zwei auf den Deutschen Julian Reister.
Paszek: "Die Power war einfach nicht da"
Bezeichnend für den Auftritt von Paszek gegen die Rumänin Alexandra Cadantu war gleich ihr erstes Aufschlaggame im ersten Satz, das sie zu null vergeigte. Nach 30 Minuten war Satz eins dann auch tatsächlich verloren. Im zweiten Satz schien die zuletzt von einer Oberschenkelverletzung gehandicapte Paszek dann auf Touren zu kommen, eine 3:0-Führung dank eines Breaks blieb allerdings nutzlos: Cadantu breakte sich erfolgreich zurück, übernahm in der Folge das Kommando und siegte 6:2, 7:5.
"Ich bin sehr enttäuscht", gab Paszek nach der Niederlage unumwunden zu. "Ich hatte mir vielleicht schon zu viel für heute vorgenommen. Dabei hätte ich schon froh sein müssen, dass ich überhaupt auf dem Platz stehe", erklärte die Dornbirnerin, die aber gar nicht so sehr die Oberschenkel-Schmerzen verantwortlich machte. "Diesbezüglich ging es. Aber die Power war einfach nicht da. Ich stand in der letzten Woche nur zwei Stunden auf dem Trainingsplatz", erklärte gewesene Paszek.
Paszek weiß, was auf sie zukommt. "Es ist jetzt schwer, positiv zu bleiben und nach vorne zu schauen. Aber ich darf den Kopf nicht hängen lassen. Ich brauche jetzt etwas Zeit für mich, Abstand vom Tennis. Ich will wieder fit werden und dann geht es weiter." Laut eigenen Aussagen steht Paszek in Stanford und San Diego noch im Hauptfeld. "Danach muss ich schauen. Die Challenger sind sicher eine Option, um Matchpraxis zu bekommen."
Haider-Maurer: "Spiel lag mir nicht"
Der Antritt des Weltranglisten-108. Haider-Maurer an der Church Road ging ebenfalls schon in Runde eins zu Ende. Obwohl der Japaner Go Soeda in der Weltrangliste hinter ihm liegt, war das Match nach nur 116 Minuten vorbei - 6:7(6), 5:7, 1:6.
"Der Doppelfehler im ersten Satz beim Satzball hat mir das Genick gebrochen. Das war der Knackpunkt der Partie", erklärte Haider-Maurer, dass das Match gegen den Japaner schon früh gegen ihn gekippt war. "Im zweiten Satz habe ich mich dann zwar wieder ran gekämpft, aber dann doch ein blödes Break kassiert. Mir lag das Spiel von Soeda ohnehin überhaupt nicht. Mit seinem sehr flachen Spiel konnte ich einfach nichts anfangen."
Meusburger: "Bin enttäuscht"
Meusburger war dann als letzte der ÖTV-Abordnung am Dienstagabend an der Reihe und gegen die favorisierte Polin Radwanska wie befürchtet chancenlos. In nur 55 Minuten war die fehlerhafte Vorarlbergerin (18 unerzwungene Fehler) ausgeschieden. Ihr Trost waren dank der Erhöhung des Preisgeldes für 2013 beachtliche 23.500 Pfund (27.600 Euro) für das Verlieren in Runde eins.
"Ich bin schon enttäuscht, dass es so glatt ausgegangen ist. Sie hat sehr clever gespielt, gar nicht mit sehr viel Druck, aber sehr platziert und mit Länge", sagte Meusburger nach dem raschen Aus. "Ich hatte mir vorgenommen, die Initiative zu ergreifen. Denn gegen eine Nummer vier braucht man nicht auf Fehler zu warten. Man muss es selbst anpacken, aber das war zu wenig von mir. Ich hätte mir schon eine bessere Auslosung gewünscht, aber so ist es eben."
Djokovic lässt Mayer keine Chance
Einen Tag nach dem sensationellen Aus von Rafael Nadal gaben sich die Favoriten keine Blöße. Der als Nummer eins gesetzte Serbe Novak Djokovic fertigte den Deutschen Florian Mayer problemlos und unter zwei Stunden in drei Sätzen ab, gab sich danach aber ganz und gar nicht überheblich. "Ich kenne seine Qualitäten, also war ich voll konzentriert", sagte Djokovic bei seinem ersten Auftritt seit seiner epischen Halbfinal-Niederlage in Paris gegen Nadal.
42-jährige Japanerin trumpft auf
Die Show des Tages bei den Damen lieferte Kimiko Date-Krumm. Die 42-jährige Japanerin, die nach Rücktritt und zwölfjährigen Pause wieder voll mitmischt, ließ der 18-jährigen Deutschen Carina Witthöft bei deren Grand-Slam-Debüt in nur 44 Minuten mit einem 6:0, 6:2 keine Chance. Hätte Paszek nicht gegen die 30 Plätze hinter ihr liegende Cadantu verloren, wäre die Österreicherin Zweitrundengegnerin der japanischen Legende gewesen.
Dates deutsche Erstrundengegnerin war ein Jahr alt, als die Japanerin 1996 das erste Mal zurücktrat. 59 Spielerinnen des diesjährigen Turniers waren noch nicht geboren, als Date-Krumm 1989 in Wimbledon debütierte. "Die Jungen haben viel Kraft in den Schlägen, aber wenig Varianten. Sie dreschen einfach auf den Ball, nutzen aber nicht den ganzen Platz", erklärte die mit dem deutschen Autorennfahrer Michael Krumm verheiratete Japanerin.
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