Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die rot-weiß-roten Top-Spieler Melzer und Paszek gehandicapt ins Turnier gehen. Während bei Paszek noch gar nicht sicher ist, ob sie überhaupt antreten kann, wurde bei Melzer vor Kurzem ein Leistenbruch (links) konstatiert. Wenige Tage vor Beginn des mit 26,35 Millionen Euro dotierten dritten Grand-Slam-Turniers des Jahres klang Melzer aber nicht verzagt.
Melzer trotz Leistenbruchs zuversichtlich
"Es ist jetzt nicht so schlimm. Ich werde genauso spielen können wie in Halle oder davor. Es ist halt nicht optimal", so der 32-jährige Niederösterreicher. "Jetzt weiß ich, was es ist, und dass ich es nicht schlimmer machen kann. Da muss man durchbeißen", hofft Melzer. Der acht Millimeter breite Leistenbruch auf der linken Seite störe ihn nicht immer, sondern eben bei besonderer Belastung. "Das Problem ist, dass es mir auf einen Nerv drückt, der meinen Oberschenkel und meine Leiste versorgt."
Melzer hat schon einen provisorischen Termin (10. Juli) für die Operation in Wien, der aber auch noch vorverlegt werden könnte. Drei Wochen nach dem Eingriff sollte er wieder voll einsatzfähig sein. "Alex hat die Australian Open sogar 14 Tage später gespielt", erinnerte Melzer an Doppelspezialist Peya im vergangenen Jänner. Der frühere Weltranglisten-Achte wird aber mit Schmerztabletten antreten. "Ich muss mich halt bewegen trauen, das ist quasi der Schlüssel." Das Schlagen sei kein Problem, darum hat er - diesmal übrigens mit James Blake - auch für das Doppel genannt.
Nur zum Erstrunden-Preisgeld abholen ist Melzer nicht nach London gekommen, versicherte er. "Die Erwartungen sind natürlich ein bisschen geringer, aber ich versuche genauso reinzugehen, wie in jedes andere Grand-Slam-Turnier auch", sagte Melzer. Fognini will er keinesfalls unterschätzen, immerhin hat Melzer aber die beiden bisherigen Aufeinandertreffen mit dem Italiener 2010 in Auckland in drei und 2011 in Hamburg glatt in zwei Sätzen gewonnen.
Haider-Maurer gegen Japaner mit Chancen
Wie zuletzt in Paris, dort aber als Qualifikant, ist mit Andreas Haider-Maurer wieder ein zweiter Österreicher im Hauptbewerb. Der 26-jährige Weltranglisten-108. ist gegen den Japaner Go Soeda durchaus in der Lage, auch bei seinem zweiten Hauptfeld-Auftritt auf dem "Heiligen Rasen" wie schon 2011 die zweite Runde zu erreichen. Gegen den Weltranglisten-130. spielt "AHM" erstmals. Melzer dazu: "Das muss er nehmen, wenn er ungesetzt ist - und vor allem, Andy kann auf Rasen sehr gut spielen."
Auch bei den Damen sind - eine rechtzeitige Genesung von Paszek vorausgesetzt - zwei Österreicherinnen ab Montag mit von der Partie. Paszek wird wohl nichts unversucht lassen, um zumindest einmal zum ersten Match antreten zu können. Die 22-jährige Vorarlbergerin hat zwei Jahre en suite das Viertelfinale im "Tennis-Mekka" erreicht, für sie steht auch in Sachen Rangliste viel auf dem Spiel.
Noch ist aus ihrem Lager noch nicht zu erfahren, was eine geplante Magnetresonanz-Tomographie ergeben hat. Kann Paszek nicht antreten, fällt die an der Church Road noch als Nummer 28 gesetzte Dornbirnerin definitiv aus den Top 100. Neben dem Vorjahrs-Turniersieg in Eastbourne würden ihre weitere 500 Punkte (gesamt 970) aus der Wertung fallen. Mit der Rumänin Alexandra Cadantu (WTA-Nr. 85) hätte Paszek ein durchaus angenehmes Los, allerdings darf auch unabhängig von ihrer Verletzung ihre bisher äußerst dürftige Saisonbilanz nicht vergessen werden.
Meusburger muss gegen Radwanska ran
Ihre engere Landsfrau Yvonne Meusburger war hingegen nach überstandener Qualifikation Fortuna nicht hold: Mit der Weltranglisten-Vierten Agnieszka Radwanska, die hier im Vorjahr erst gegen Serena Williams im Endspiel verloren hatte, erwischte sie eine wohl unbezwingbare Hürde. In bisher zwei Duellen gewann die 29-Jährige beide Male einen Satz, da war Radwanska aber noch 16 bzw. 17 Jahre alt.
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