Im New Yorker Diner „The Grill“ wird Geld aus der Kasse gestohlen – für die illegalen Einwanderer, die dort schuften, ein Albtraum. Koch Pedro (Raúl Briones Carmona) träumt von einem besseren Leben und liebt Kellnerin Julia (Rooney Mara). Doch als er des Diebstahls beschuldigt wird, eskaliert alles. Lesen Sie hier unsere Kino-Kritik zu „La Cocina“,
Das Restaurant The Grill, direkt am Times Square gelegen, ist eine Massenabfertigung. In der riesigen fensterlosen Küche, in der die Luft zu brennen scheint, schuftet eine multikulturelle Brigade, teils ohne Papiere und nahezu im Fließbandmodus, finden Burger und Steaks ihren Weg in die gierigen Schlunde von Touristen. Manager Luis rekrutiert die junge Migrantin Estela (Anna Diaz) ohne größere Formalitäten und die muss vor allem lernen, sich mit Pedro (Raúl Briones Carmona), dem Koch, einem aufbrausenden Provokateur, zu arrangieren.
Doch nicht nur die penibel durchgetaktete Hektik über Töpfen und Pfannen sorgt bei diesem für Anspannung, Julia (Rooney Mara), eine Kellnerin, ist von ihm schwanger, will das Kind aber nicht behalten. Und dann verschwindet auch noch Geld aus der Kassa.
Alonso Ruizpalacios’ Interesse gilt hier nicht dem Abfeiern der Kulinarik per se, vielmehr rückt er die Menschen in einer New Yorker Großküche mit ihren Sorgen und Sehnsüchten in den Fokus.
Für die Adaption eines Theaterstücks des Briten Arnold Wesker aus den späten 1950ern, „The Kitchen“, wählt der mexikanische Regisseur einen visuell überraschenden Zugang, nämlich wunderbar brillantes Schwarz-Weiß, das dem Arbeitermilieu zwischen Herd und Restaurant einen neorealistischen Touch verleiht und die Küche – la cocina – zum Mikrokosmos macht, der die Gesellschaft Amerikas und den Überlebenskampf der nicht so Privilegierten spiegelt. Ein filmästhetisches Feuerwerk, dessen mitreißende Kamerafahrten uns mitten ins Geschehen katapultieren.
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