Vorwurf: Mordversuch

Ehrenhandel und ein blutiger Streit wegen Musik

Salzburg
07.01.2025 18:30

Zwei Messerattacken, zweimal der Verdacht auf versuchten Mord: Drei Syrer (18, 20) und ein Ukrainer (47) müssen im neuen Jahr im Landesgericht Salzburg vor die Geschworenen treten. Im ersten Fall geht es um eine brutale Bandenschlägerei, wo Messer eingesetzt wurden. Der zweite dreht sich um russische Musik, die Streit auslöste.

Die „Krone“ hatte über beide Kriminalfälle berichtet. Und in beiden erhebt die Staatsanwaltschaft Salzburg nun Anklage mit dem Vorwurf des versuchten Mordes.

Fall 1: der Lehener Park.
 Bereits Mitte August 2024 war der Fall Thema im Landesgericht. Damals sprach die Richterin bereits sechs Syrer schuldig und verhängte Bewährungsstrafen. Bei drei jungen Syrern (18, 18 und 20) erklärte sie sich aber für unzuständig, da sie einen möglichen versuchten Mord ortete. Deshalb muss jetzt mit Geschworenen neu verhandelt werden: Den drei Angeklagten droht im Falle einer anklagekonformen Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft oder lebenslänglich. Hintergrund: In der Nacht auf den 1. Februar war das Trio Teil einer Bande, die sich mit einer rivalisierenden Gruppe von Landsmännern zum Ehrenhandel im Lehener Park im Salzburger Stadtteil Lehen traf.

Statt zu reden, schlugen die Syrer gegenseitig auf sich ein – auch mit Holzlatten. Und die drei Angeklagten nahmen ein Messer zur Aussprache mit: Einen Kontrahenten stachen sie laut Anklage dreimal in den Rücken und einmal in den Oberschenkel. Ein zweites Opfer erlitt zwei Stiche in den linken Oberschenkel – bei diesem wird dem Trio eine absichtlich schwere Körperverletzung vorgeworfen. Verhandelt wird ab dem 30. Jänner.

Fall 2: der Musik-Streit. 
Ein Ukrainer (47) mit pro-russischer Haltung, der erst im Mai 2024 nach Österreich kam und sich hierzulande eine Flüchtlingsunterkunft mit zwei anderen Ukrainern teilte, muss sich dem Vorwurf des versuchten Mordes stellen. Laut Anklage spielte der Ukraine-Russland-Konflikt bei der Tat eine Rolle: Der 47-Jährige hatte immer wieder russisch-nationale Musik laut über sein Handy abgespielt. So auch am 23. September, als es in der gemeinsamen Küche deswegen zum Streit mit den zwei Landsmännern kam: Im Zuge dessen griff der 47-Jährige in die Besteckschublade, packte zwei Messer und stach den Vorwürfen nach zweimal auf einen Widersacher (25) ein. Das Opfer konnte sich ins Bad flüchten – der Angreifer soll ihm nachgelaufen und mehrfach auch gegen die Tür gestochen haben. AL

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