Stefan Kraft bezwang seine „Angstschanze“ in Garmisch-Partenkirchen und blieb im Rennen um den Tourneesieg. Die Kollegen schätzt er einen Tick stärker ein, Psychospiele gibt’s jedoch keine.
Die „Krone“ berichtet aus Garmisch
„Die gute Nachricht ist, dass noch alles drin ist“, grinste Stefan Kraft im Auslauf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen. Das war in den vergangenen Jahren nicht der Fall, weshalb der Salzburger mit Rang acht durchaus leben konnte.
„Nach dem ersten Sprung hab ich mich schon gefragt, was das wieder soll (Rang 14, Anm.), daher bin ich froh, wie es jetzt ist.“ Lediglich 8,7 Punkte fehlen dem Sieger von Oberstdorf auf den Zwischenführenden Daniel Tschofenig, gar nur 0,8 Zähler auf Jan Hörl. „Sie sind derzeit eine Nuance besser, weil sie stabiler sind. Ich habe aber auch meine Stärken, mit denen versuche ich sie zu ärgern“, meinte der bislang letzte österreichische Gewinner der Vierschanzentournee.
Besonders mit seiner Routine ist er Tschofenig und Hörl voraus, hat Kraft in seiner langen Karriere doch schon fast alles erlebt. „Vor zehn Jahren war ich in Bischofshofen massiv nervös“, erinnert sich Kraft. Mit Kampfansagen an seine Mannschaftskameraden hält er sich aber bewusst zurück. „Wir starten sicher keine Psychospielchen, sondern wollen es als Team heimbringen.“
Hier der Stand in der Tournee-Wertung:
„Eier in die Hand genommen“
Hörl war indes mit seinem fünften Platz – zum bereits vierten Mal in Folge sprang er in Garmisch auf diesen Platz – nicht ganz zufrieden, unterlief ihm doch im ersten Durchgang ein kleiner Fehler mit großer Auswirkung.
„Es ist passiert, aus Fehlern lernt man“, meinte der Salzburger nach dem Wettkampf und fügte wortgewaltig an: „Im Finale habe ich meine Eier in die Hand genommen.“ Aus Sicht des 26-Jährigen ist vor den beiden Heimbewerben in Innsbruck sowie in Bischofshofen „noch alles drin“. Er weiß aber auch: „Es wird nicht leicht!“
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