Die US-Regierung zieht das Kopfgeld zurück, das auf den Chef der Islamistenmiliz HTS in Syrien ausgesetzt war. In dem Gespräch mit den neuen Machthabern habe es „positive Botschaften“ gegeben, sagte US-Nahostbeauftragte Barbara Leaf am Freitag.
„Auf der Grundlage unseres Gesprächs habe ich ihm gesagt, dass wir die Belohnung abschaffen (...), die seit einigen Jahren ausgesetzt war“, sagte Leaf. Sie war am Freitag mit anderen US-Diplomatinnen und -diplomaten in de syrische Hauptstadt Damaskus gereist, um dort den Anführer der islamistischen Miliz Hayat Tahrir al-Shams (HTS), Mohammed al-Golani, zu treffen. Er tritt inzwischen unter seinem bürgerlichen Namen Ahmed al-Sharaa auf. Das Weiße Haus und weitere westliche Regierungen führen die HTS offiziell nach wie vor als Terrororganisation.
Das US-Außenministerium teilte vor der Syrien-Reise mit, dass auch Treffen mit Aktivistinnen und Aktivisten, Angehörigen von Minderheiten und Vertreterinnen sowie Vertretern der Zivilgesellschaft geplant seien. Ein gerechter Umgang mit ethnischen und religiösen Minderheiten sei zentral für die neue Übergangsregierung. Bereits wenige Tage nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Assad hatte US-Außenminister Antony Blinken gesagt, dass seine Regierung in direktem Kontakt zur HTS-Miliz stehe. Diese hatte Assad zusammen mit verbündeten Gruppen am 8. Dezember gestürzt.
Bemühungen anderer Länder
Auch die Regierungen Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und die EU bemühen sich derzeit um eine neue Kontaktaufnahme mit den neuen Machthabern in Syrien. Dabei geht es unter anderem um eine Stabilisierung der Lage und darum, Klarheit über den geplanten Kurs zu bekommen. Eine EU-Delegation soll am Montag nach Damaskus reisen.
Die HTS-Miliz hat bisher unter anderem versprochen, die Rechte aller Syrerinnen und Syrer schützen zu wollen. Sie ist ursprünglich aus der Al-Nusra-Front hervorgegangen, dem syrischen Ableger von Al-Kaida. Allerdings hat sie nach eigenen Angaben seit 2016 keine Verbindungen mehr zu dem Terrornetzwerk und präsentiert sich inzwischen moderat.
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